Modulbau

Sekundarschule in Wickede

Im Zuge der Initiative der Landesregierung „NRW 4.0: Lernen im digitalen Wandel“ entstand in Wickede eine Schulerweiterung, die allen Anforderungen eines zeitgemäßen Lehrgebäudes gerecht wird. Die auf Bildungseinrichtungen spezialisierte gpe projekt Gesellschaft für Planung & Entwicklung aus Meschede brachte mit ihrem Entwurf pädagogische Architektur und lernfördernde Gebäudetechnik zusammen. Und das so gut, dass die Einrichtung seither als Referenzprojekt für kommunale Interessenten dient. Insbesondere die Raumausstattung für MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) bezeichnen Fachleute als vorbildlich. Realisiert wurde der Neubau von Kleusberg in Modulbauweise. Das Projekt stellt beispielhaft dar, ­welche Freiräume diese ermöglicht, denn „die Anforderungen sind je nach Schultyp oder pädagogischem Konzept sehr verschieden“, erklärt Valentin Hof, Vertriebsleiter bei Kleusberg. In Wickede standen lernfördernde Faktoren im Fokus, die die pädagogischen Zielsetzungen und Besonderheiten der Sekundarschule mit „Segelklassenprinzip“ gut ­umsetzen. Das Konzept der sogenannten „Segel-Stunden“ erfordert differenzierte Bereiche für kleine Lerngruppen. In diesen ­Zeiten arbeiten die Schülerinnen und Schüler weitgehend selbstständig, wofür Sitzecken, Steh­tische sowie Tischgruppen zur Verfügung stehen. Daniel Rieger, geschäftsführender Gesellschafter bei gpe projekt, ergänzt: „Die Flure wurden geöffnet und sind für Schüler auch über die reguläre Raumerschließung hinaus nutzbar. Das Farbkonzept und das biodynamische Licht in den Klassenzimmern unterstützen die jeweiligen Lernsituationen.“

www.kleusberg.de

Ausblick mit Sonderformen

In die gefaltete Gebäudehülle einer Mensa passten keine Standardfenster, deshalb ist jedes einzeln geplant

Dem 1996 errichteten Oskar-Maria-Graf-Gymnasium in Neufahrn bei Freising fehlte noch eine Mensa. Im Gegensatz zum streng terminierten Unterrichtsbetrieb sollte das nahe dem Gymnasium zu errichtende Gebäude die eher lockere, musische Seite des Schulalltags ausdrücken. Die Architekten vom Büro 4 Wagner + Partner aus Dietersheim setzten diesen Gedanken in Form eines eingeschossigen Stahlbetonbauwerks um, dessen Dach und Außenwände gefaltet sind, sodass sich trapezförmige Flächen ergeben. In den mit diagonal angeordneten, farbig wechselnden Alutafeln bekleideten Fassaden sind die in Form und Größe unterschiedlichen Öffnungen für die Holzfenster schlitzartig ausgeschnitten. Jedes Fenster sowie die stirnseitige Festverglasung mussten deshalb individuell geplant werden. Den Auftrag erhielt die Schreinerei Beck aus Niederaichbach, die dafür mit dem Fensterhersteller Kneer-Südfenster kooperierte. Gemeinsam realisierten sie die vielfältigen Fensterformen und -ausführungen in nur acht Wochen.

Holzfenster in allen Sonderformen wurden im System HF 82 von Kneer-Südfenster in Kiefer gefertigt und mit einem Anstrich im RAL-Farbton 7043 Verkehrs­grau B versehen. Die Öffnungen ohne rechten Winkel erforderten einen exakten Einbau ohne Putzkaschierung, da alle Raumschalen in Sichtbeton gehalten sind. Auch die Nebeneingangstür in Holz HT 3-90 wurde passend zu den Fenstern gefertigt. Sie wurde innen flächenbündig eingebaut. Die Schreinerei Beck fertigte die bis zu sieben mal sieben Meter großen Aluminium-Holz-Elemente für die verglaste Pfosten-Riegel-Fassade an den Stirnseiten des Gebäudes – innen mit deckendem Anstrich, außen als Aluschale einbrennlackiert – ebenfalls im Farbton Verkehrsgrau B, abgestimmt auf die Fassadenverkleidung in Alublech. Die Schreinerei übernahm auch den reibungslosen Einbau der Fenster und Fassadenelemente. Im Mittelteil des etwa elf Meter breiten und 40 Meter langen Gebäudes ist eine Profiküche untergebracht. In diesem Bereich erhielten die Fenster einen Insektenschutz; für den Sonnenschutz sorgen perforierte Fassadenplatten in Aluminium.