Sanitär

Digitales Schallschutztool

Mit dem digitalen Schallschutztool von Geberit lässt sich schnell und einfach feststellen, mit welchen Systemen und Produkten der geforderte Schallschutz eingehalten wird – PDF-Nachweis inklusive. Es lassen sich mehr als 2.000 Bausituationen online darstellen und so auch mögliche schalltechnische Gefahren bereits in der Planung erkennen. Die schalltechnischen Angaben basieren auf Messungen des Fraunhofer Instituts für Bauphysik (IBP) in Stuttgart, was die Erfüllung der Normen und Richtlinien sicherstellt. Werden die verschiedenen Parameter, wie das geplante Installationssystem, der Wandaufbau und der Einfluss der Masse, eingegeben, errechnet das Tool, welche Schalldruckpegel nach DIN 4109 sowie nach VDI 4100 zu erwarten sind. Das Onlinetool ist auf der Website des Herstellers abrufbar.

www.geberit.de

Wärme- und Schallschutz

Handgefertigte Holzfenster für die Alte Samtweberei

Über Jahrhunderte hinweg galt Krefeld durch die Produktion edler Stoffe auch als „Samt- und Seidenstadt“. An diesen Wirtschaftszweig erinnert bis heute die Alte Samtweberei im Süden der Stadt. Die historischen Gebäude sind inzwischen ein Beispiel für die gelungene Kombination von Altem mit Neuem: Nach Vorgaben des Denkmalschutzes saniert und mit moderner Haustechnik ausgestattet, sind darin Start-up-Firmen, Büros und Wohnungen untergebracht. Bei der Sanierung stellten vor allem die Fenster eine knifflige Aufgabe dar: Um den industriellen Charakter zu bewahren, sollten die großen rechteckigen Stahlfenster erhalten bleiben. „Die Forderung war, die alten Fensterflügel unkompliziert öffnen zu können und trotzdem die nötige Dämmung zu gewährleisten“, erläutert Theo Opgenorth, Fenster-Experte von Frovin. Die Lösung boten die „Berliner Fenster“ des Herstellers aus Lärchenholz, die als Hinterbaufenster angebracht wurden, also nur von innen sichtbar sind. Insgesamt 283 wurden in dem Objekt verbaut. Jedes Fenster musste vorab sorgfältig aufgemessen werden, denn die ursprünglichen Steinbogenfenster differierten immer um einige Zentimeter. Gemeinsam sind allen die schmalen Profile – eine zentrale Vorgabe des Denkmalamtes. Dadurch ließ sich die traditionelle Optik der alten, nur einfach verglasten Fenster nachbilden, ohne Kompromisse bei Wärme- und Schallschutz eingehen zu müssen. Das Glas der neuen Fenster weist einen U-Wert von 1,1 W/(m2 K) auf, der des gesamten Fensters beträgt 1,3 W/(m2 K). Da die Alte Samtweberei an keiner Hauptverkehrsstraße liegt, genügte die Schallschutzklasse 3. Aufgrund der raumseitigen Lage wurden keine besonderen Ansprüche an den Wetterschutz gestellt, weshalb die Holzprofile lediglich mit einem ökologischen weißen Anstrich des Naturfarben-Herstellers Kreidezeit behandelt wurden, der den natürlichen Charakter des Holzes hervorhebt.

www.frovin.de

Modulbau

Hohe Wände

Das Ende 2019 fertiggestellte Labor- und Unterrichtsgebäude der Technischen Hochschule Deggendorf auf dem European Campus Rottal-Inn in Pfarrkirchen wurde in Holzbauweise errichtet. Für die ausführende Firma Haas Fertigbau – ein Familienunternehmen aus Traunstein mit über 45 Jahren Erfahrung auf diesem Gebiet – zeichnet sich dieser Gewerbebau durch eine Besonderheit aus: Hier wurden erstmals Wände mit einer Höhe von 3,45 Metern realisiert, deren Produktion auf einer eigens dafür eingerichteten Fertigungslinie erfolgte. Der Leiter Industrie- und Gewerbebau Johann Wimmer begründet diese Entwicklung mit den immer komplizierter werdenden Elektro- und Lüftungsinstallationen, die in abgehängten Decken untergebracht werden müssen. „Mit unserer Wandhöhe von 3,45 Metern garantieren wir lichte Raumhöhen, also von Oberkante Boden bis Unterkante Decke, von drei Metern.“ Die insgesamt 150 Wandelemente für den Laborneubau produzierte Haas Fertigbau in nur fünf Tagen. Dabei galt es zudem, zusätzliche Anforderungen wegen neuer DIN-Vorschriften an den Schallschutz bei öffentlichen Gebäuden zu erfüllen. So wurden zum Beispiel in der Fertigung Federprofile und zweischalige Wände zur Schallentkoppelung montiert.

www.haas-gewerbebau.de 

Holzbau

SCHALLSCHUTZ-­KOMPENDIUM

In Zusammenarbeit mit Industrie­partnern hat die Wolf Bavaria GmbH ein Schallschutzkompendium herausgegeben, dem man auf einen Blick entnehmen kann, welche Schallschutzwerte bei insgesamt 243 Deckenaufbauten anzusetzen sind. Das reduziert den Aufwand für den Schallschutznachweis erheblich. Grundlage des Kompendiums bildeten zwei Trittschall-Messreihen am ift Rosenheim, bei denen Massivholz- und Holzbalkendeckenaufbauten geprüft wurden. Die Ergebnisse wurden in einer gutachterlichen Stellungnahme des ift Rosenheim unter Berücksichtigung der Abweichungen auf weitere Deckenvarianten ausgeweitet. So entstand eine Bewertungsmatrix für Aufbauten aus Massivholz oder Holzbalken, in denen man die Fußboden- und die Unterdeckenkonstruktion systematisch variiert hat. Kombiniert wurden diese Grundkonstruktionen mit Trocken- und Nassestrichen, Schüttungen, Trittschalldämmplatten in verschiedenen Varianten und Stärken sowie unterschiedlichen Unterdeckenausführungen. Das Kompendium ist als gedruckte Fassung oder als kostenloses Download-PDF verfügbar.

www.wolf-bavaria.com

Entwässerungssysteme, Oberflächen, Treppen, Raumsysteme, Begrünung und Schallschutz

Innenansichten

Zur Gestaltung von Innenräumen müssen auch die gewählten Produkte passen. Das geht mit viel Zurückhaltung oder mit selbstbewusstem Auftreten.

SCHÖN INTEGRIERT
Bei der Modernisierung einer Saunaanlage ermöglichte ein maßgefertigtes Entwässerungssystem sichere und ästhetische Anschlüsse an den Bestand.

Das Familienbad Ishara gilt als Insel der Erholung im Zentrum Bielefelds. Abgerundet wird das vielseitige Angebot durch die Saunawelt mit unterschiedlich temperierten Saunen, Sprudel- und Abkühlbecken und Ruhezonen, deren Sanitäranlagen und Umkleiden nach 16 Jahren zeitgemäß aufgefrischt werden sollten. Auch die räumliche Aufteilung war nicht optimal auf die Besucher ausgerichtet. Deshalb veranlasste die Bielefelder Bäder und Freizeit GmbH (BBF) eine Sanierung der Kabinen, der Duschen und der WCs. Die Bielefelder Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH (BGW) ist für die technische Betreuung des Bades zuständig und plante gemeinsam mit der Innenarchitektin Petra Blume, Detmold, die Modernisierung. Ziel der Umgestaltung war die optische Aufwertung der Anlage. Für größtmöglichen Komfort sollte unter anderem ein ausreichendes und gut zu reinigendes Entwässerungssystem sorgen. Gewählt wurde hierfür eine maßgefertigte Entwässerungslösung aus Industrie- und Küchenrinnen der Firma Richard Brink. Dazu kooperierte der Ausmessservice des Unternehmens bereits während der Planung mit den am Bau Beteiligten. Dank der Sonderanfertigungen ließ sich das Entwässerungssystem zudem harmonisch in das Fliesenkonzept integrieren. Die Ansichtsbreite der Rinnen beträgt jeweils 200 Millimeter, die Ansichtslänge ist spezifisch auf die verschiedenen Räume abgestimmt. Insgesamt ergibt sich eine sichtbare Gesamtlänge der Duschrinnen von 39 Metern, die sich auf die Umkleiden und die Sanitäranlagen verteilen. Da die Rinnen individuell auf Maß gefertigt wurden, konnten sie auch passgenau und mit geringem Aufwand an die bereits bestehenden Bodenabläufe angeschlossen werden. Umlaufende Flansche sorgen zudem für eine sichere Abdichtung. Der Hersteller hat die Produkte mit einer Fliesenschale versehen, in der der umgebende Bodenbelag weitergeführt wird. So ist die Entwässerungstechnik nahezu verdeckt, nur die oberen Rahmen der Rinnen bleiben sichtbar.

www.richard-brink.de

OBERFLÄCHEN IN MARMOROPTIK
Die Cosentino Group hat die Palette ihrer Komposit-Platten „Dekton“ der Kollektionen „XGloss“ und „Natural“ um zwei neue Designs ergänzt. Die Optik von „Opera“ imitiert Carrara-Marmor: schlichte, hellgraue Maserung auf cremeweißem Untergrund und eine samtige Oberflächenhaptik. „Natura“ ist eine Nachahmung des klassischen Marmors mit sanft grauer Maserung sowie einem hochglanzpolierten Finish. Bei Dekton handelt es sich um Platten für innen und außen, die kratz- und abriebfest, UV-beständig, wasserdicht sowie farb- und formstabil sind. Hierfür werden Rohstoff“e, wie sie zur Herstellung von Glas, Porzellan und Quarzoberflächen verwendet werden, bei hohen Temperaturen und einem Druck von 25.000 Tonnen einer natursteinähnlichen Umwandlung unterzogen.

www.dekton.de

TREPPE AUS EINEM STÜCK
Mit der Treppe „cut it!“ gewann die Spitzbart Treppen GmbH aus Oberasbach 2015 den Stahl-Innovationspreis in der Kategorie „Stahl im Bauwesen“. Seitdem ist die aus einem Stück Stahlblech hergestellte Treppe zu einem Bestseller des mittelfränkischen Familienunternehmens aufgestiegen. Dass die Treppe wie eine Raumskulptur wirkt, bei der Konstruktion und Design eine untrennbare Einheit bilden, liegt an einem eigens hierfür entwickelten Herstellungsprozess, wobei eine zweidimensionale Stahlblechtafel, ähnlich einer Pop-up-Karte, eine dreidimensionale räumliche Struktur bildet. Dafür haben Treppenbauer und der Designer Max Wehberg eng zusammengearbeitet. Nach dem Verfahren lassen sich nicht nur Treppen mit auf- oder abgewinkelten Treppenwangen aus einem Stück Stahl sehr einfach fertigen, sondern auch Podeste und Spindeltreppen. Die Treppe kann farbig beschichtet sowie mit trendigen Geländern und rutschhemmenden Stufenauflagen aus Holz oder Nadelfilz versehen werden, aber für ein puristisches Design ebenso unbehandelt bleiben.

www.spitzbart.de

RAUM-IN-RAUM-SYSTEM NACH MASS
Die Lindner Gruppe bietet mit „Cube“ jetzt auch ein Raum-in-Raum-System für o“ffene Gebäudestrukturen an, das sich mit den hauseigenen Produkten des Herstellers in zahlreichen Varianten konfigurieren lässt. Als Grundlage dienen die Wandsysteme, die mit großflächigen Einfachoder Doppelverglasungen, Metall- oder Holzvollwänden oder Kombinationen aus beiden eine große Auswahl ermöglichen. Systemabhängig kann eine Schallpegeldi“erenz von Dω = 42 dB erreicht werden; ergänzend oder alternativ bieten sich flächenbündige oder vorgehängte Akustikelemente an. Die in die perforierten Metalldeckenplatten integrierbaren LED-Leuchten sorgen für die optimale Beleuchtung und die Kühldecken von Lindner gewährleisten die Klimatisierung des Cube.

www.lindner-group.com

BEGRÜNTE LEUCHTE
Das Kölner Designbüro lasfera verbindet mit seiner neuesten Kollektion „CUBE planted“ Grünpflanzen, Licht und Design auf eine neue Art und Weise. Wie der Name bereits suggeriert, besitzt Cube eine geradlinige Form mit quadratischem oder rechteckigem Grundriss. Im geschlossenen unteren Drittel ist ausreichend Platz für das Erdreich und die lichttechnischen Komponenten. Das Metallgestell im oberen Teil können dann die Pflanzen umranken. Ebenso gut lässt sich die Stele einzeln bepflanzen, zum Beispiel als vertikaler Kräutergarten. Durch die unterschiedlichen Formate, in denen Cube planted angeboten wird, die variable Bepflanzung sowie die Möglichkeit, das System innen wie außen aufzustellen, ist ein breites Einsatzspektrum gegeben. Ob als Eyecatcher in der Lobby, als Raumteiler oder Sichtschutz in Großraumbüros oder im Freien für Hotel- oder Restaurantterrassen. Es lassen sich viele Bereiche begrünen und gleichzeitig illuminieren. Zur optimalen Lichtgestaltung kann zwischen Tageslicht und Wachstumslicht auf ganzer Höhe gewählt werden. In Kombination mit der Langzeitbewässerung wachsen daher die Pflanzen auch ohne grünen Daumen. Durch die Zeitsteuerung ist sogar eine Platzierung in dunklen Ecken möglich.

www.lasfera.de

BESONDERS HOHER SCHALLSCHUTZ
Ein Drogeriemarkt in einem Mehrfamilienhaus wurde in eine Musikschule umgebaut.

Die Musikschule „musikplus!“ zog vor einiger Zeit in das Erdgeschoss eines historischen Gründerzeithauses in Berlin-Charlottenburg ein. Um den Schülern ein ideales Umfeld zu bieten und zugleich sicherzustellen, dass der Lärm der Instrumente nicht zu den Hausbewohnern dringt, waren umfangreiche schallschutztechnische Maßnahmen erforderlich. Dazu wurden im ersten Schritt die Wohnungseigentümer und Mieter im Haus sowie das Ingenieurbüro acouplan in das Projekt involviert. Die Experten für Akustik, Schallschutz und Schwingungstechnik führten im leeren Bestand Schallmessungen durch und empfahlen entsprechende Konstruktionen. Der Ausbau erfolgte in enger Abstimmung durch die Operis Bau GmbH, die Trockenbausysteme von Rigips verwendete. Aufgrund der vorbildlichen und nachweislich ausgeführten Schallschutzmaßnahmen wurde die Musikschule bei der 10. Rigips Trophy unter die besten Ausbauprojekte in der Wettbewerbskategorie Akustiksysteme gewählt. Die Fläche im Erdgeschoss beträgt insgesamt rund 280 Quadratmeter. Neben dem Empfang und einem Küchenbereich sollten insgesamt sechs Unterrichtsräume mit verschiedenen Nutzungen entstehen, die unterschiedliche Wand- und Deckenkonstruktionen erforderten. Die Basis für die Decken aller Räume bilden zwei Lagen „Rigips Die Dicke“, die direkt an den Bestandsdecken befestigt wurden. Darauf wurden Weitspannträger mit schallentkoppelten Auflagern montiert. Die Beplankung erfolgte raumindividuell: Im Foyer und Empfangsbereich etwa genügte eine einlagige Beplankung. In besonders „lautstark“ genutzten Räumen wurden die Weitspannträger zunächst noch einmal mit zwei Lagen „Rigips Die Dicke“ beplankt, gefolgt von einer dritten Lage, ausgeführt mit speziellen Schallschutzplatten.

Der Hohlraum dazwischen wurde mit Mineralwolle gefüllt. Alle Wände erhielten doppellagig beplankte, mit Mineralwolle gedämmte und körperschallgetrennte Vorsatzschalen. Die Zugänge zu allen Räumen wurden mithilfe von Schallschutztüren und schallentkoppelten Zargen realisiert. Für Aufführungen und musikalische Veranstaltungen mit Publikum sollten drei Unterrichtsräume zu einem 60 Quadratmeter großen Saal verbunden werden können. Die hierfür vorgesehenen mobilen Trennwände laufen in einem Schienensystem, für das schallgedämmte Nischen in den Deckenkonstruktionen ausgebildet wurden. Statisch werden die Schienensysteme über einen Stahlprofilrahmen gehalten, der ebenfalls schallentkoppelt bekleidet und an sämtliche Decken- und Wandbauteile schallentkoppelt angeschlossen wurde. Um die mit den Wand- und Deckenkonstruktionen erzielten Schallschutzwerte zu überprüfen, führte das Akustikbüro nach Beendigung der Arbeiten erneut Messungen in allen Räumen durch – mit überzeugenden Ergebnissen: Das bewertete Schalldämmmaß R’ω lag in den Übungsräumen bei 73 dB, womit sogar der ursprünglich empfohlene „Planungspuffer“ von 70 dB noch deutlich übertroffen wurde.

www.rigips.de

Technik

Zweischalige ­Außenwand neu interpretiert

Eine zweischalige Außenwand-Konstruktion besteht üblicherweise aus einer ­tragenden Mauerwerksschale, Kerndämmung und außen liegendem Verblendmauerwerk. Der Hersteller von Mauerwerkssteinen und -elementen aus Leichtbeton KLB Klimaleichtblock hat diesen klassischen Aufbau jetzt modifiziert. Sein neues System „Triotherm“ besteht aus zwei gemauerten Leichtbetonwänden mit Kerndämmung und Außenputz. Damit wird die bisherige Funktionstrennung aufgehoben. Da bei Triotherm beide Mauerwerksschalen zum Wärmeschutz herangezogen werden, ohne andere bauphysikalische Aufgaben zu vernachlässigen, lässt sich das System den jeweiligen Anforderungen flexibel anpassen. Liegt beispielsweise der Schallschutz im Fokus, wird eine Kombination aus einer 15 Zentimeter dicken Innenschale und einer 11,5 Zentimeter dicken Außenschale empfohlen. In Verbindung mit einer zwölf Zentimeter starken Kerndämmung erreicht der Wandaufbau einen U-Wert von 0,25 W/m²K und einen Schallschutzwert gemäß E-DIN 4109-32 von bis zu 72,4 Dezibel.