Befestigung

VHF-Lösung für WDVS-Sanierung

Müssen WDVS-gedämmte Fassaden aufgrund energetischer Defizite erneut gedämmt werden, bietet sich eine Sanierung mit einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF) an. Für die Gebäudeklassen 1 bis 5 erhielt die VHF-Lösung jetzt die Bauartgenehmigung des DIBt (Z-10.3-909). Die Bauart umfasst die wärmebrückenfreie Fassadenbefestigung „Isolink“ von Schöck sowie die Dämmung aus Steinwolle und konstruktive Brandschutzmaßnahmen der Deutschen Rockwool. Der Schlüssel zur wärmebrückenfreien Befestigung liegt in der Verwendung des Glasfaserverbundwerkstoffs „Combar“ für den Isolink. Durch die äußerst geringe Wärmeleitfähigkeit des Materials sind die punktuellen Wärmeverluste so gering, dass sie nach DIN 6946 bei der Ermittlung des U-Wertes der Außenwand vernachlässigt werden können. Schöck ist zudem eigenen Angaben zufolge bislang der einzige Hersteller, der über eine EPD (Institut Bauen und Umwelt) für Fassadenbefestigung und Bewehrung aus Glasfaserverbundwerkstoff verfügt.

schoeck.com

Dach- und Fassadensanierung

Schauspielhaus in Düsseldorf

Am Gustaf-Gründgens-Platz 1 im Zentrum Düsseldorfs bildet das theatergeschichtlich bedeutende Schauspielhaus zusammen mit dem 1960 gebauten Dreischeibenhaus eines der wichtigsten Ensembles der Nachkriegsarchitektur in Deutschland. Das Schauspielhaus wurde nach den Plänen des Architekten Bernhard Pfau 1965 bis 1969 errichtet und 1998 unter Denkmalschutz gestellt. Der bauliche Zustand entsprach jedoch nicht mehr dem eines modernen Theaters. Zudem haben konstruktive Fehler während der Bauzeit zu gefährdenden Beschädigungen und Mängeln an Fassade und Dach geführt. Ziel der Sanierung durch Ingenhoven Architects in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz war es, die Optik des Schauspielhauses originalgetreu wiederherzustellen. Der Planungsbereich umfasste dabei die Dach- und Fassadensanierung sowie die Sanierung aller publikumsrelevanten Bereiche.

Aufgrund der skulpturalen Form des Schauspielhauses besteht das insgesamt 5.000 Quadratmeter große Dach aus sieben verschieden geformten und durchweg runden Flächen in unterschiedlichen Höhen. Das erforderte von der Dachdeckerei Grote aus Weeze, die die Sanierungsarbeiten ausführte, äußerst präzises Arbeiten: Jede Lage musste exakt angepasst und zugeschnitten werden. Entsprechend den denkmalpflegerischen Anforderungen durften die neuen Aufbauten – der alte Aufbau wurde zuvor entfernt – nicht die ursprüngliche Aufbauhöhe überschreiten. Aus statischen Gründen mussten sie zudem leicht sein und über ein gutes Gefälle verfügen, um Niederschläge sicher abzuleiten.

Der neue Dachaufbau ist komplett von Bauder und folgt dem System: Einer in Bitumen eingelegten Elastomerbitumendampfsperre folgen die „PIR FA TE Wärmedämmelemente“, die „PIR T Gefälledämmung“ sowie eine abschließende zweilagige Bitumenabdichtung. Mit den Gefälledämmplatten bildeten die Dachdecker ein vorgeplantes zweiprozentiges Gefälle nach einem von Bauder erstellten Verlegeplan aus, um die Niederschläge schnell aus der Fläche zu den Tiefpunkten abzuführen. Die Energieeffizienz und die Leichtigkeit der PIR-Wärmedämmplatten ermöglichten die vom Denkmalschutz geforderte niedrige Aufbauhöhe sowie zusätzlich eine rund 70-prozentige Begrünung der Dachfläche. Lediglich das flach geneigte Zeltdach auf dem Bühnenturm konnte aus statischen Gründen nicht begrünt werden.

www.bauder.de

Neue Rezepturen

Relaunchte Sanierputzsysteme

Die Rezepturen der trasshaltigen Sanierputze der Marke Tubag wurden weiterentwickelt und in dem „Trass-Sanierputz-System“ zusammengefasst. Das System beinhaltet den Sanier-Vorspritzmörtel TSP-VS, den Sanier-Porengrundputz TSP-PG sowie die zwei Sanierputze TSP und TSP-E. Alle Sanierputze erfüllen die Vorgaben der Wissenschaftlich-Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege (WTA). Die neuen Rezepturen können auskristallisierende und hygroskopische Salze besonders wirkungsvoll binden. Das wurde erreicht, indem der Trassanteil entsprechend angepasst wurde und dieser bei ausgewählten Putzen mit speziellen Hartperliten kombiniert wurde. Dadurch variieren die Sanierputze in ihren Eigenschaften und können je nach Anwendungsfall – geringe, mittlere und hohe Salzbelastung – gezielt eingesetzt werden. Alle Putze verfügen über einen besonders hohen Sulfatwiderstand.

www.tubag.de

Neubau und Sanierung

Stahl-Beton-Verbund-Lösung

Eine historische Kappendecke, verrostete, nicht mehr tragfähige Stahlträger, dazwischen alter Beton oder Steine: Solche Herausforderungen innerhalb eines Sanierungsprojekts führten bis dato meist zum Abriss und Neuaufbau der Kappendecke. Mit der Stahl-Beton-Verbundkonstruktion „Stabeko“ gibt es jetzt eine Alternative. Entwickelt wurde sie von der auf Holz-Beton-Verbundsysteme (HBV) spezialisierten Elascon GmbH, die ihr Know-how für eine Lösung bei Stahl-Beton-Decken nutzte. Wo beim HBV die Holzbalken über Schubverbinder mit der neuen Betonschicht verbunden werden, nehmen beim Stahl-Beton-Verbund die Stahlträger die Schubverbinder auf und koppeln sie mit der neuen, bewehrten Betonschicht. Der alte Beton fungiert hierbei als verlorene Schalung. Als Schubverbinder dienen beim System Stabeko die eigens dafür konzipierten Kopfbolzen „TFuse“ und „VFuse“. Sie werden auf der Baustelle mit einem leicht zu handhabenden Setzgerät einfach in die Stahlträger „geschossen“ und so fixiert. Im Anschluss muss nur noch die Bewehrung verlegt und die Betonschicht aufgebracht werden. Somit sind die Stahlträger mit den Kopfbolzen und der neu aufgebrachten Betonschicht optimal miteinander verbunden.

Die Konstruktion zeichnet sich aufgrund der nur wenige Zentimeter dünnen Betonschicht durch ein vergleichsweise geringes Gewicht und eine niedrige Aufbauhöhe bei gleichzeitig hoher Tragfähigkeit, Biegesteifigkeit und Feuerbeständigkeit aus. Gegenüber der Abrissvariante ist diese Lösung deutlich kostengünstiger. Das Stabeko-System eignet sich ebenso für Stahl-Beton-Verbund-Decken in Neubauten, wo Stahl verwendet wird. Zum Beispiel lassen sich Decken in Hallen üblicherweise nur realisieren, indem die Bolzen an die Stahlunterkonstruktion angeschweißt werden. Das erfordert einen Verarbeiter, der über eine Schweißlizenz sowie über eine entsprechende Genehmigung des Elektrizitätswerkes verfügt. Auch dauern die Arbeiten deutlich länger. Werden die Bolzen dagegen lediglich „aufgeschossen“, kann die Herstellung der Decken mit geringerem Aufwand und schneller erfolgen. Das Stabeko-System eignet sich für alle auf dem Markt erhältlichen Verbundbleche und Trapezprofile. Alle relevanten Bemessungsanforderungen entsprechend Eurocode 4 der Stahl-Beton-Verbundlösung sind in einem Bemessungsprogramm als Download hinterlegt.

www.stabeko.de

Farben

Universitäts- und Landesbibliothek Tirol

Mit insgesamt sieben Standorten im Innsbrucker Stadtgebiet und einem Gesamtbestand von über 3,5 Millionen Medien ist die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol die drittgrößte Bibliothek Österreichs. Die im Jahr 1914 am Innrain eröffnete Hauptbibliothek wurde nun unter der Leitung von Architektin Karin Kopecky aus Rum saniert und modernisiert – in enger Zusammenarbeit mit der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) als Gebäudeeigentümerin und dem Bundesdenkmalamt.

Für die Fassade und den historischen Lesesaal im ersten Stock des Altbaus waren seitens der Denkmalpflege Silikatfarben vorgegeben. Die Wahl fiel auf Produkte von Brillux. Nach der Reinigung der Fassade wurde der Untergrund zunächst mit „Fondosil 1903“ behandelt – einer tief eindringenden, verfestigenden Grundierung. Anschließend folgte ein zweimaliger Anstrich mit „Ultrasil HP 1901“. Es handelt sich dabei um eine Fassadenfarbe auf Basis von Sol-Silikat, eine ausgewogene Kombination von hochwertigem Kieselsol und dem Bindemittel Kaliwasserglas. Ohne Biozidzusätze bietet sie zudem natürlichen Schutz vor Algen und Pilzen. Zugleich sorgt das Kaliwasserglas für einen starken UV-Schutz und damit für eine hohe Farbtonbeständigkeit, wodurch ein dauerhaft wetterbeständiger Anstrich mit geringer Verschmutzungsneigung erzielt wird. Der historische Lesesaal wurde für die sechs Monate dauernden Renovierungsarbeiten komplett leer geräumt. Im ersten Schritt wurde an Wänden und Decken die Altbeschichtung aufwendig entfernt und die Flächen wurden anschließend mit „Kalisil 1909“ gestrichen. Das Sol-Silikat in dieser Innenfarbe bewirkt, dass das Beschichtungsmaterial schneller verkieselt und eine härtere Oberfläche bildet. Das Ergebnis ist eine Nassabriebbeständigkeit der Klasse 1. Außerdem entsteht eine gleichmäßige, stumpfmatte Oberfläche, die die historische Stuck-Kassettendecke und die Laibungen der Rundbogenfenster besonders zur Geltung bringt. Nicht zuletzt werden Silikatprodukte dem zunehmenden Wunsch nach einer emissionsarmen, lösemittel- und weichmacherfreien Beschichtung im Innenraum gerecht.

www.brillux.de

Sanierung

Glaskunstwerk als Brandschutzwand

Im Zuge einer Generalsanierung mit Teilneubau ist am Nürnberger Hauptmarkt das „Haus der Wirtschaft“ entstanden. Der Komplex besteht aus insgesamt vier Gebäuden, von denen zwei – die Häusergruppe am Hauptmarkt und der historische Saalbau – unter Denkmalschutz stehen. Das Berliner Architekturbüro Behles & Jochimsen schuf zusätzlichen Raum, indem es den bisherigen Innenhof zu einem überdachten Atrium umgestaltete, das zugleich als Verbindung zwischen dem Haupteingang und dem historischen Saalbau fungiert.

Das außen eher schlicht erscheinende Gebäude aus den 1950er-Jahren überrascht im Inneren mit einem ausladend geschwungenen Treppenlauf vor einem großformatigen Mosaik aus mundgeblasenem Echt-Antikglas. Fast sechs Meter breit und neuneinhalb Meter hoch ist das „Fenster“, das der Nürnberger Glaskünstler Dr. Gottfried Frenzel seinerzeit gefertigt hatte. Mittlerweile hatte sich jedoch der Epoxidharzkleber, mit dem das Echt-Antikglas seinerzeit auf Trägerplatten auflaminiert worden war, verfärbt und ein Großteil der Trägerplatten war gebrochen. Es erforderte die Expertise vieler Fachleute, dieses Glasfenster an der bisherigen Außenfassade, die durch die Transformation des Innenhofs zum Atrium nun innen liegend ist, nicht nur zu restaurieren, sondern auch als F30-Brandschutzwand auszubilden.

Noch in der Planungsphase war man davon ausgegangen, dass eine Brandschutzverglasung nicht geklebt werden könne. Dank des Engagements der beteiligten Firmen – allen voran der Derix Glasstudios aus Taunusstein, die mit der Restaurierung beauftragt waren, aber auch Schott Technical Glass Solutions und nicht zuletzt Schüco Stahlsysteme Jansen – ­gelang es, eine Zustimmung im Einzelfall zu erwirken, die die denkmalpflegerischen Belange berücksichtigt und die brandschutztechnischen Notwendigkeiten gewährleistet.

Zunächst wurde das 5.000-teilige Glasmosaik mit einem thermischen Verfahren in aufwendiger Handarbeit feldweise von den ­Trägerscheiben gelöst, gereinigt und auf eine Brandschutzverglasung aus Verbundsicherheitsglas auflaminiert. Die montagefertig eingeglasten Scheiben wurden anschließend in eine Pfosten-­Riegel-Fassade aus dem Stahl­profilsystem VISS Fire von Schüco Stahlsysteme Jansen montiert.

www.jansen.com

Brandschutztüren

Rohe Ästhetik genau geplant

Für den neuen Standort der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch wandelte O&O Baukunst einen Altbau um, der einst als Werkstatt der Oper diente. Der optische Blickfang ist der Bühnenturm mit einem seitlich eingesteckten Café – ein Neubau, mit dem das Architekturbüro das eher unscheinbare Gebäude aus den 1950er-Jahren ergänzte. Die technischen An- und Aufbauten des Bühnenturms werden durch ein grobes Holzgatter bewusst nur notdürftig überdeckt und homogenisiert. Damit soll von außen sichtbar werden, wie Theater funktioniert, so das Entwurfsziel der Architekten.

Im Inneren setzt sich der Blick hinter die Theatervorhänge fort. Vom Foyer aus führt eine zentrale Achse durch ein Gebäude, dessen Oberflächen bestenfalls bis zur Greifhöhe bearbeitet wurden. Der Beton des Altbaus unter den heruntergerissenen Deckenverkleidungen bleibt offen sichtbar, der neue Beton sieht aus, als sei er eben erst der Schalung entkommen. Wo es ein bröseliges Mauerwerk gibt, bleibt es unbehandelt. Lediglich die stumpf einschlagenden anthrazitfarbenen Stahlblechtüren von Hörmann bilden durch ihre Flächenbündigkeit einen gewissen gestalterischen Gegenpol. Eingesetzt wurden Modelle in T30- und T90-Ausführung sowie Mehrzwecktüren – punktuell geben Lichtausschnitte den Blick in den dahinterliegenden Flur frei.

Doch überall, wo es vielleicht doch zu prätentiös werden könnte, da wird das Unfertige zur Entwurfsmethode. Zum Beispiel hätte es die unbehandelten Sperrholzplatten der Bekleidung der seitlichen Treppenläufe sicher auch ohne ausgefranste Kanten gegeben. Und ob die Spachtelung der Gipskartonplatten in der zentralen Achse nur aus Zeitgründen nicht mit etwas Farbe überstrichen wurde oder ob das gewollt unfertig ist, bleibt offen.

www.hoermann.de

Innendämmung

Vom Stadel zum Hotel

Ein historischer Baustadel auf der vor Regensburg gelegenen Donauinsel „Unterer Wöhrd“ erhielt durch eine Komplettsanierung eine neue Nutzung. Das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert beherbergt jetzt das „Hotel Luis Stadl“. Erstklassig harmoniert hier Altes mit Neuem. Der Weg dahin war allerdings mit einem hohen Aufwand verbunden, denn ursprünglich glich das Bauwerk einer Ruine. „Die Auflagen der Denkmalschutzbehörde waren der Erhalt der Umfassungsmauern, der Deckenstützen samt den mächtigen Holzstützen im Erdgeschoss und des Dachstuhls, soweit der Zustand es zuließ“, resümiert Architekt und Bauherr Georg Köpl aus Regensburg. Das äußere Erscheinungsbild wurde nicht verändert, jedoch überflüssige Anbauten und nicht erhaltenswerte Bauteile – wie Fenster, Innen- und Außenputz – wurden sorgfältig bis zum historischen Rohbau unter Erhalt des Dachstuhls entfernt. Danach erfolgten Unterfangungsmaßnahmen der bestehenden Außenmauern sowie die behutsame Sanierung der geschädigten Deckenbalken und des Dachstuhls. Im Anschluss wurde der Stadel mit Erdgeschoss und zwei Dachgeschossen von Grund auf neu aufgebaut: Das Gebäude erhielt eine neue Bodenplatte und Decken und das Dach wurde neu gedeckt.

Für die Sanierung und gleichzeitige Dämmung der bestehenden Umfassungsmauern suchte Köpl ein geeignetes System zur Innendämmung. Um auch das schiefe Bruchsteinmauerwerk ausgleichen zu können, entschied er sich für das massive, keramische Dämmsystem Poroton-WDF. Dabei überzeugte ihn neben der Ausführungsqualität und Wirtschaftlichkeit vor allem die robuste Stein-Oberfläche des Materials, das sich gerade bei einem viel frequentierten Hotel als mechanisch sehr widerstandsfähig erweist. Da die Wanddicken des Mauerwerks nach oben hin weit divergierten, wurde auf der Bodenplatte mit Poroton-WDF-Ziegeln der geringsten Stärke (80 mm) begonnen, dann mit Poroton-WDF-120 und zuletzt mit 180 Millimetern weitergearbeitet. Im Gegensatz zu anderen Systemen werden die Dämmziegel nicht an die bestehende Wand geklebt, sondern frei stehend davor aufgemauert. Lagenweise wurde der entstehende Spalt zwischen Bestandswand und Vormauerung im Arbeitsablauf hohlraumfrei mit Leichtmörtel LM16 hinterfüllt. Abschließend wurde der Innenputz aufgebracht.

www.poroton-wdf.de

Sanierung

Intensive Farbtöne

Die Stadt Heidelberg investierte rund 14 Millionen Euro in die Sanierung der Mark-Twain-Schule am früheren US-Standort in der Südstadt. Nach Abschluss der Arbeiten zog die Julius-Springer-Schule ein, wo etwa 600 Betriebe junge Menschen in 14 Berufen ausbilden. Die großzügigen und hellen Räume erhielten eine moderne Ausstattung und wurden – ebenso wie die neu eingerichtete Cafeteria – in kräftigen Buntfarbtönen gestaltet. Das Konzept entwickelten PASD Feldmeier + Wrede Architekten BDA und die Stadtplaner SRL gemeinsam mit der Stadt Heidelberg. Mit den Farbtönen Grün, Orange, Blau und Rot kommen intensive Buntfarbtöne ins Spiel, die den Räumen ein frisches Erscheinungsbild geben. Gleichzeitig erfüllt die Farbgestaltung die Funktion eines Leitsystems: Jede Etage hat ihre eigene Farbe. Realisiert wurde das Konzept mit Produkten von Brillux, die alle den Wunsch des Bauherrn nach wasserbasierten, gesundheitsschonenden Beschichtungen erfüllten. Zum Beispiel erhielten die Decken, Wände und Böden in den Klassenräumen und Treppenhäusern einen Anstrich mit der emissionsarmen Silikat-Innenfarbe „Kalisil 1909“, die ohne Lösemittel, Weichmacher und Konservierungsstoffe auskommt. Die Türen wurden mit dem mechanisch sowie chemisch sehr widerstandsfähigen „2K-Aqua Seidenmattlack 2388“ behandelt. Besondere Farberlebnisse erwarten die Nutzer in den WCs: Türen, Zargen sowie Böden, Wände und Decken sind mit kräftigen Farbtönen gestaltet, sodass der Eindruck entsteht, als sei der Raum in Farbe getaucht: Türkisblau für die Herren, Magenta für die Damen. Hierfür wurde das seidenglänzende, strapazierfähige und desinfektionsmittelbeständige „CreaGlas 2K-PU-Finish 3471“ eingesetzt.

www.brillux.de

Sanierung

Dämmen, entsalzen, trocknen

Bei einer Bestandssanierung kam im Rahmen eines Forschungsprojektes ein neues System zum Dämmen und Entsalzen der feuchten Mauerwerkswände zum Einsatz. Die über fünf Jahre gesammelten Messergebnisse bescheinigten eine trockene und salzfreie Oberfläche.

Nach Jahren des Leerstands fand sich für das nahe Potsdam gelegene Schloss Güterfelde mit dem Immobilienentwickler Terraplan ein Investor, der das Gebäude zusammen mit dem Architekten Uwe Licht aus Berlin sanierte und darin Eigentumswohnungen schuf. Im Gartengeschoss zeichnete sich im Zuge der Bestandsaufnahme jedoch ein größeres Problem ab: In einem Raum hatte aufsteigende Nässe die Wände nicht nur stark durchfeuchtet, sondern zusätzlich Salze ausgeschwemmt, die an der Innenwand auskristallisierten. Es musste also eine Lösung gefunden werden. Xella hatte damals ein neues Produkt in der Grundlagenforschung, eine sogenannte Entsalzungsplatte, als Erweiterung des mineralischen Innendämmsystems Multipor. Letzteres wurde aufgrund der denkmalgeschützten Fassade im gesamten Gebäude eingesetzt, um den Wärmeschutz zeitgemäß anzupassen. Hierfür hatten das Institut für Bauklimatik der TU Dresden, Xella und die Denkmalschutzbehörde gemeinsam ein Dämmkonzept erarbeitet.

Die im Bereich des salzbelasteten Mauerwerks eingesetzte Multiporplatte kombiniert nun die energetische Ertüchtigung mit der Entsalzung. Dabei entzieht der kapillaraktive Baustoff dem Mauerwerk Wasser und damit die gelösten Salze. Während das Wasser an der Oberfläche verdunstet, lagern sich die Salze in den zahlreichen Poren der Platte ab. Mit dem Wegführen der Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk steigt zugleich die Oberflächentemperatur der Wand, sodass sich die Behaglichkeit und der Wohnkomfort im Raum verbessern. Um hierfür aber auch den Nachweis zu erbringen, war Schloss Güterfelde das ideale Versuchsfeld für verschiedene Prototypen der Platten, die sich seinerzeit in der Entwicklung befanden.

In Kooperation mit den Wissenschaftlern der TU Dresden baute Xella fünf Messstrecken mit Sensoren im Gebäude ein, drei im Gartengeschoss und je eine im Hochparterre und im Obergeschoss, um in kritischen Konstruktionsbereichen wie Ecken und Fensteranschlüssen permanent die Temperatur und Feuchtigkeit aufzuzeichnen. Anschließend erfolgten die Dämmarbeiten mit Multipor. Um dem Kristallisationsdruck der Salze und somit einer möglichen Salzsprengung standhalten zu können, wurden Platten mit höheren Rohdichten ausgewählt. Auch unterschiedliche Mörtelkleber waren Teil der Untersuchungen. Gleichzeitig mit der Montage der Platten erfolgte der Einbau von Messsensoren in die feuchten Wände. Vor allem die Temperatur- und Feuchtewerte zwischen Bestandswand und Innendämmung, aber auch in der Bestandswand interessierten die Forscher. Wie würden sich die Werte über das Jahr verändern? Wie viel Feuchtigkeit würde tatsächlich an der Oberfläche ankommen? Fast fünf Jahre wurden Messwerte gesammelt, bis die Bohrkerne 2017 aus der Bestandswand entnommen und die Daten ausgewertet wurden. Das Ergebnis: In keinem Fall wurden Nässe oder Salze in der Grenzschicht gefunden, die energetischen Vorgaben ließen sich stabil erreichen. Alle Prototypen hatten somit bestens funktioniert.

Für die Markteinführung wurde schließlich eine diffusionsoffene und kapillaraktive Multiporplatte mit einer erhöhten und speziell auf salzbelastetes Mauerwerk angepassten Druckfestigkeit von  350 kPa ausgewählt, die im ­Gegensatz zu üblichen Saniersystemen über eine deutlich bessere Wärmeleitfähigkeit verfügt. Der passende Mörtel ist mit einem hoch sulfatbeständigen Zement ausgestattet. Auf hydrophobierende, also wasserabweisende, Eigenschaften wurde in diesem Fall verzichtet. Schließlich soll das Wasser aus der Wand herausgeholt werden und dazu muss es den Mörtel passieren können. So entstand ein Spezialmörtel mit einer hohen Sulfatbeständigkeit und einer erhöhten kapillaren Wasseraufnahme durch die verminderte Hydrophobierung. Nach Abschluss aller Feldstudien und Belastungstests ist das System Multipor ExSal Therm nun seit letztem Jahr auf dem Markt. Es lässt sich schnell und unkompliziert aufbringen: Ohne das Mauerwerk vorher trockenlegen zu müssen (was bei üblichen Sanierputzen Standard ist), klebt der Verarbeiter die Entsalzungsplatte vollflächig auf die feuchte Innenseite der zu dämmenden Außenwand. Lange Trocknungs- oder Putzstandzeiten sind nicht nötig. Insgesamt ist die Sanierung von feuchtem und salzbelastetem Mauerwerk damit einfacher, langlebiger und folglich wirtschaftlicher als mit herkömmlichen Saniersystemen.

www.xella.de

Entwässerung

Dachrinne wieder dicht

Im Klimahaus Bremerhaven lernen jedes Jahr eine halbe Million internationale Besucher die verschiedenen Klimazonen der Erde kennen. Wie sich extreme Witterungsbedingungen auf die Gebäudehülle auswirken können, wurde für den Betreiber des wissenschaftlichen Ausstellungshauses jedoch auf eine ganz andere Art zum Thema: Die salzhaltige Nordseeluft hatte die Dachhaut angegriffen, sodass Wasser über die umlaufend begehbare, mit Aluminium ausgekleidete Dachrinne in die Dämmung eindrang und zu Schäden in den Ausstellungsräumen führte. Nach genauerer Analyse zeigten sich zudem einst unsauber ausgeführte Anschlussdetails sowie das Versagen der Dehnungsausgleicher, was zum Hinterlaufen der Dachhaut geführt hatte.

Für die Instandsetzung war ein witterungsstabiles Produkt gefragt, das auf dem Metalluntergrund gut haftet und die Bewegungen an den Übergängen der Metallbleche aufnimmt. Als passende Lösung erwies sich die Abdichtung „ProDetail“ des Flüssigkunststoff-Herstellers Triflex. Das System auf Polymethylmethacrylat-Basis (PMMA-Spezialharz) ist vollflächig vliesarmiert. Es bleibt dadurch auch im ausgehärteten Zustand flexibel und nimmt Bewegungen aus den weiteren Funktionsschichten schadlos auf. Selbst komplizierte Details, wie Dehnungsfugen, Hochzüge und Entwässerungspunkte, werden homogen in die Abdichtung eingebunden.

Vor dem Aufbau der einzelnen Funktionsschichten wurde die Rinne gereinigt und die Aluminium-Dachhaut mit dem „Metal Primer“ grundiert, um die Haftung des Harzes auf der 418 Quadratmeter großen Fläche sicherzustellen. Dann erfolgte der Aufbau des „ProDetail“-Abdichtungssystems mit einer Lage PMMA, einer Lage selbstklebendem Spezialvlies und einer weiteren Lage Flüssigkunststoff im Bereich der Rinne sowie der 126 Meter langen Dehnungsfugen. Die abschließende Versieglung mit dem UV-beständigen „Cryl Finish 205“ erhöht die chemische und mechanische Widerstandsfähigkeit der Oberfläche zusätzlich.

www.triflex.com