Doppel-Haus

Klein, aber oho

In einem Gewerbegebiet erregt ein Tabak-Shop Aufsehen, nicht wegen der Ware, sondern durch seine Architektur.

Das Gewerbegebiet Herzograd von St. Valentin in Oberösterreich prägen, wie vielerorts, reine Zweckbauten. Groß und flach, wie Schuhkartons auf einer weitläufigen Fläche verteilt, bieten sie ein eher tristes Erscheinungsbild. Dem wollten Poppe*Prehal Architekten (Steyr) mit dem kleinen Tabak-Shop gestalterisch etwas entgegensetzen und zugleich einen Ort der Kommunikation erzeugen. Das ist gelungen. Helmut Poppe sagt: „Der kleine Shop hat für viel Aufsehen gesorgt und war wochenlang Gesprächsthema über die Ortsgrenzen hinaus.“ Hingucker sind zwei sieben Meter hohe Spitzgiebel und die schwarz-rote Metallummantelung vom Dach bis zum Fundament. Die zweiteilige Bauform erweckt den Eindruck, als stünden zwei kleine Häuschen aneinandergelehnt. Das eine besitzt an den Stirnseiten eine vollflächige Glasfront und dient als Verkaufsraum, der im Inneren tageslichtdurchflutet und bis zur Spitze offen ist. Der geschlossene Baukörper dient als Lager. Neben dem praktischen Aspekt der funktionalen Trennung griffen die Architekten mit der Idee der beiden Spitzgiebel zugleich auch eine regionaltypische Bautradition auf.

Die äußere Rundum-Bekleidung besteht aus Aluminium-Elementen von Prefa. „Das Material lässt sich wie eine Haut über Dach und Fassade spannen und das Gebäude abstrakt erscheinen. Dabei erzeugt die Kantung des Falzes eine optische Spannung“, begründet Helmut Poppe die Entscheidung. Die verwendeten Prefalz-Elemente sind geschmeidig und leicht, aber auch witterungsbeständig und wartungsfrei. Bei dem dunklen Rot handelt es sich um eine speziell angefertigte farbliche Sonderedition. Der Farbton der Pulverbeschichtung wurde der Glut einer brennenden Zigarette oder Zigarre nachempfunden und soll bei Sonneneinstrahlung den Tabak-Shop „zum Glühen“ bringen. Ausgeführt wurde die Metall-Bekleidung exakt nach den Planvorgaben der Architekten mit 50er-Prefalz-Bandblechen auf einer 30-Millimeter-Rauschalung durch die Spenglerei Stefan Ertl aus St. Valentin.

www.prefa.de 

Prefa

Unsichtbare Wasserläufe

Die im vergangenen Jahr eröffneten „WasserWunderWelten Krimml“ bilden den Ausgangspunkt für den Besuch der Krimmler Wasserfälle im Salzburger Pinzgau. Architektonisch ist das Erlebniszentrum durch eine harmonische, der Natur der Wasserfälle angepasste Form geprägt. Um die Gesteinsschichten und Felsformationen abzubilden, gehen Dach und Außenwände ineinander über und die Flächen sind mehrfach geknickt. Als Material wurden Aluminium-Verbundplatten in Bronze metallic von Prefa verwendet. Für sie sprachen die gute Kombinierbarkeit mit den weiteren Baustoffen des Gebäudes, wie Holz und Glas, sowie die lange Lebensdauer, die gute Recyclingfähigkeit sowie die Robustheit des Materials. Dächer müssen in dieser Gegend oft starkem Sturm und hohen Schneelasten widerstehen.

Die Herstellung des Dach- und Fassadensystems war technisch und handwerklich anspruchsvoll, so dass die ausführende Spenglerei Heribert Hörl dafür den Salzburger Handwerkerpreis 2013 erhielt. Dach und Fassade sind mehrschichtig aufgebaut. Auf das Tragwerk wurden eine Schichtholz-Unterkonstruktion mit einer aufgeflämmten Dampfsperrschicht, darauf die Wärmedämmung und ein Gleitbügeldach aus Aluminium verlegt. Auf diesem Unterdach befindet sich die Schienenkonstruktion zur Aufnahme der Aluminium-Verbundplatten. Außerdem sind darin die bis zu elf Meter langen Entwässerungsrinnen integriert. Planung und Ausführung erforderten aufgrund der allseitig abgewinkelten Flächen viel Fingerspitzengefühl. Ganz so, wie das Wasser in den Felsspalten verschwindet, rinnen die Niederschläge nun durch die 2,5 Zentimeter breiten Fugen der äußeren Bekleidung und sammeln sich in zwei Wandkesseln unter der Fassade.