Gartenbau

Naturstein-Variationen

Bei der Neugestaltung der Außenanlagen eines Privatanwesens in Hessen hatte das Landschaftsarchitekturbüro Backhaus & Barnett aus Wiesbaden aufgrund der ausgeprägten Topografie des Geländes eine nicht alltägliche Aufgabe zu meistern. Die verschiedenen Ebenen erforderten eine feine Höhenabstimmung, um harmonische Übergänge zu erzeugen. Das Ergebnis sind mit klaren Linien definierte Plätze, die an Mauern, Treppen und Einfassungen zum Verweilen einladen – beispielsweise am Feuerplatz, am Brunnen oder in der Sommerküche. Im Gegensatz dazu fügt sich ein ­geschwungener Pfad aus schwebenden Bodenplatten in den Garten ein und erzeugt in Verbindung mit der Landschaft eine ausgewogene Atmosphäre.

Mit Muschelkalk von Traco – Deutsche Travertin Werke fanden Bauherr und Landschaftsarchitekten den ihren Wünschen entsprechenden Baustoff. „Wir verwenden gerne Materialien, die aufgrund ihrer Wertigkeit gut altern. Die Lebensdauer von Muschelkalk ist extrem hoch“, erklärt Annette Barnett, und „durch eine gewisse Patina gewinnt der Stein zusätzlichen Reiz und der natürliche Rohstoff erdet den Menschen“, so die Landschaftsarchitektin weiter. Außerdem fügt die hochwertige Beschaffenheit des Steins die baulich unterschiedlichen Objekte zu einem stilvollen Ganzen zusammen. Entscheidend war nicht zuletzt seine ökologische Bilanz: Der Energieaufwand für die Gewinnung ist vergleichsweise gering, denn der Stein wird in Deutschland abgebaut und weiterverarbeitet, was auch zu kurzen Transportwegen führt. Der rund 230 Millionen Jahre alte Muschelkalk wurde auf verschiedene Weise eingesetzt: von Treppen und Bodenplatten über Mauern und Einfassungen bis hin zu einem Wasserbecken. Das Projekt ist für den Deutschen Naturstein-Preis 2020 in der Kategorie „Landschaftsbau und Freiraumgestaltung“ nominiert.

www.traco.de

Fassade

FURNIER AUS SCHIEFER

Der Fredeburger Schiefer, den die Schiefergruben Magog im Rheinischen Schiefergebirge abbauen, verfügt über eine hohe Qualität. Diese ermöglicht es nun, in Verbindung mit modernster Technologie und Maschinentechnik 1,5 bis zwei Millimeter dicke und bis zu 2,5 Meter lange Furniere zu schälen. Das unter dem Markennamen „Veneo Slate“ vertriebene Echtsteinfurnier eröffnet völlig neue Anwendungsfelder. Es ist hauchdünn, leicht und hochflexibel, sodass es sich fast überall aufbringen lässt – auch auf Rundungen und gebogenen Oberflächen. Konkret für Fassaden ist seit Neuestem das „Veneo Slatepanel“ verfügbar, bei dem das Furnier auf eine Trägerplatte im XXL-Format aufgebracht ist. Das geringe Gewicht bei Abmessungen von 1,25 Metern in der Breite und einer Höhe von bis zu 2,50 Metern erlaubt ein bei Schieferfassaden bislang unbekanntes, großzügiges Bild. Störende Fugen, etwa in Innenräumen, gehören damit der Vergangenheit an. Ebenso können Details, die bislang kleinformatig und zeitaufwendig umgesetzt werden mussten, nun zeitsparend und großflächig realisiert werden.

www.magog.de

Fassade

Sandstein mit Identität

Die Sparkasse Bayreuth setzt mit dem Neubau des Kundenhauses am Luitpoldplatz auf eine ästhetische Gesamtlösung, die zudem ins historische Ortsbild passt. Vorausgegangen war ein Architekturwettbewerb, den Baurconsult Architekten Ingenieure GbR aus dem bayerischen Haßfurt für sich entscheiden konnten und die das 2018 mit dem German Design Award in der Kategorie „Architektur“ prämierte Gebäude auch realisierten. Die oberen Etagen des fünfgeschossigen Baus sind im Norden, Osten und Westen leicht aus der Flucht gedreht und nehmen die unterschiedlichen Bezugshöhen der angrenzenden Gebäude auf. Für die Einbindung in das Umfeld war außerdem die Fassadenbekleidung von Bedeutung. Da Bayreuth stark durch gelb-bräunlichen Sandstein geprägt ist, entschied man sich für Seeberger Sandstein. Dabei handelt es sich um einen sehr feinkörnigen, gelben bis naturweißen Rhät-Sandstein, der bereits seit dem 12. Jahrhundert für repräsentative Bauten besonders im Thüringer und Berliner Raum verwendet wird, wie zum Beispiel beim Bau und der Renovierung der Wartburg in Eisenach. Aufgrund seines breiten Farbspektrums und des natürlichen Farbenspiels passt das Material sehr gut zu den Sandsteinfassaden der angrenzenden Gebäude. Im Zuge des Einholens von Angeboten erwies sich die Traco GmbH – Deutsche Travertin Werke aus Bad Langensalza als passender Partner. Geschäftsführer Ulrich Klösser sagt: „Bei einem Gespräch mit den Bauherren und den Architekten wurde schnell deutlich, dass sich unsere Unternehmenswerte wie Regionalität, präzise Qualität und Ästhetik in diesem Projekt widerspiegeln.“ Traco ist auf den Abbau und die Bearbeitung von heimischem Naturwerkstein spezialisiert und verarbeitet den Stein in der eigenen Produktionsstätte. Für den Sparkassen-Neubau wurden 2.500 Quadratmeter maßgefertigte Fassadenplatten aus Seeberger Sandstein geliefert.

www.traco.de