Mauerwerk

Kalt gepresster Recycling-Ziegel

Im Rahmen eines Forschungsprojektes haben die Ziegelwerke Leipfinger-Bader zusammen mit ihren Kooperationspartnern den Grundstein für eine völlig neue Generation von Mauerziegeln gelegt. Sie bestehen aus recycelten Ziegelresten und mineralischen Bindemitteln, die in einem speziellen Verfahren gepresst und anschließend an der Luft getrocknet werden. Dadurch werden Ressourcen geschont und durch den Wegfall des Brandes Energie eingespart. Als erster Ziegel wurde jetzt ein sogenannter „kalt hergestellter“ Innenwand-Vollziegel mit hoher Rohdichte und Druckfestigkeit vorgestellt, der die Anforderungen tragender Innenwände erfüllt. Für eine Serienfertigung hofft das Unternehmen auf staatliche Investitionsförderung, die die hohen Anfangskosten zumindest teilweise auffangen soll.

www.leipfinger-bader.de

Mauerwerk

Wasserstrich-­Ziegel

Bei der neuen Terca-Wasserstrichkollektion „Farben der Natur“ greift Hersteller Wienerberger auf Farbharmonien von Naturlandschaften zurück. Die Vormauerziegel kennzeichnen facettenreiche Farbtöne, besondere Schattierungen und Kombinationen in einem Farbspektrum von Creme- und Pastelltönen über Grau- und Ockerschattierungen bis hin zu kräftigem Rot oder Anthrazit. Durch das spezielle Herstellungsverfahren, bei dem Wasser als Trennmittel eingesetzt wird, wird die für Wasserstrichziegel typisch markante und ursprüngliche Oberflächenstruktur erreicht.

www.wienerberger.de

Mauerwerk

Imprägnierte Verblender

Vandersanden hat in Zusammenarbeit mit der belgischen Universität Leuven eine Lösung gegen Verkalkungen, Vergipsungen und andere Verunreinigungen bei Klinkerfassaden gefunden. Der europaweit agierende Ziegelhersteller stattet seine Verblender mit einer eigens entwickelten Imprägnierung aus, die derart ästhetische Beeinträchtigungen langfristig verhindert. Aufwendige Reinigungsmaßnahmen oder zusätzliche Oberflächenbehandlungen sollen demnach nicht erforderlich werden. Die Imprägnierung erfolgt nach dem Brennen der Verblender und erreicht abhängig von der Materialstruktur eine Eindringtiefe von fünf bis 15 Millimeter. Ein imprägnierter Verblender behält dieselbe Porenstruktur wie ein unbehandelter, wodurch die Frostbeständigkeit erhalten bleibt.

www.vandersanden.com

Mauerwerk

Bürogebäude auf schmalem Grundstück

Im Hamburger Stadtteil Lokstedt fügt sich ein neues Bürogebäude trotz äußerst schmalem Grundstück in das bauliche Umfeld ein. Der Standort „Rütersbarg 52“ ist größtenteils von villenartigen, hell verputzen Wohn- und Gewerbegebäuden mit Sattel- und Walmdächern aus dem beginnenden 20. Jahrhundert umgeben. Diesen Stil griffen die ortsansässigen Architekten Andreas Pflügelbauer und Julian Scheffczyk bei ihrem Planungskonzept auf. Die umlaufenden Putzbänder, das Profil-Gesims unterhalb des ersten Obergeschosses und die streng vertikal übereinander angeordneten Fenster sowie raumhohe Dachgauben verleihen der Fassade wiederum ein modernes Erscheinungsbild. Eine besondere Herausforderung ergab sich für die Architekten durch das fast viermal so lange wie breite Grundstück. Entstanden ist darauf ein 37 Meter langes und sieben Meter breites Gebäude, dessen mittig liegender Eingang von außen kaum erkennbar ist. Die Erschließung über ein derart zentral angeordnetes Treppenhaus löste alle Grundrissprobleme. Dadurch ließen sich sechs autarke Einheiten bilden: von durchgesteckten Großräumen bis hin zu Einzelräumen, die über einen seitlichen, lang gestreckten Gang miteinander verbunden sind.

Alle Außenwände sind in Mauerwerk errichtet. Konkret fiel die Entscheidung für den Ziegel „Unipor WS07 Coriso“ in 36,5 Zentimetern Breite. Der U-Wert der beidseitig verputzten Außenwand liegt mit diesem wärmegedämmten Hochleistungsziegel bei 0,184 W/(m2K). Um einen derart niedrigen U-Wert zu erreichen, waren aufgrund des ungünstigen A/V-Verhältnisses bei diesem Projekt die Details ausschlaggebend. So sind unter anderem die Fensterlaibungen mit Wärmedämmputz ausgeführt. Vor allem aber wurde auf das ­umfangreiche Angebot an Sonderelementen des ­Ziegelei-Verbundes der Unipor-Gruppe ­zurückgegriffen, wie dreiteilig kompakte ­Ziegel-Wärmedämmstürze und Deckenab­mauerziegel.

www.unipor.de

Mauerwerk

Runde Formen mit eckigen Ziegeln

Beim Neubau eines Kindergartens mit Kinderkrippe sollte auf Wunsch der Freien Waldorfschule Schwäbisch Hall aus wohngesunden Baustoffen ein Gebäude mit durchgängig runden Formen entstehen. Rundungen vermitteln ein Gefühl der Geborgenheit, so die Auffassung der Bauherrin. Daraufhin ordnete die Architektengruppe Kuhn fünf nahezu runde, aber untereinander verbundene Gebäudeteile halbkreisförmig an. Über die Baumaterialien entschieden Rudolf Siebert, technischer Leiter der Schule, und Martin Kuhn gemeinsam. Für den Rohbau wählten sie Ziegel – hier speziell den ThermoPlan „SX 10“, einen Leichthochlochziegel mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,10 W/(m·K) in den klassischen Breiten 36,5 Zentimeter für die Außenwände sowie 24 und 17,5 Zentimeter für die tragenden und nicht tragenden Innenwände.

Die Lieferung der Ziegel sowie die Detailplanung für das Mauerwerk erfolgte durch das Ziegelwerk Bellenberg, eines der insgesamt sechs Mitglieder von Mein Ziegelhaus – einer für Produktentwicklung und Marketing zuständigen Dachorganisation. Die ThermoPlan-Ziegel wurden auch wegen der guten Herstellbarkeit der runden Wände ausgesucht. Ziegelmauerwerk lässt sich heute am wirtschaftlichsten erstellen, wenn Planziegel mit voll deckelndem Dünnbettmörtel (System VD) verarbeitet werden. Bei einem geschätzten Radius von 3,5 Metern und einer Ziegellänge von 25 Zentimetern entsteht ein Spaltmaß von etwa 26 Millimetern für die runde Wand. Die geöffneten Stoßfugen wurden außen circa sechs Zentimeter tief mit Leichtmauermörtel LM21 ausgeworfen und anschließend mit Leichtputz rund verputzt.

Der im KfW-55-Standard errichtete Kindergarten mit Kinderkrippe umfasst 750 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche, die Bauzeit betrug 14 Monate und die Gebäudekosten betrugen 1.720 Euro pro Quadratmeter.

www.meinziegelhaus.de

Leichtbetonsteine

Einbruchsicheres Mauerwerk

Der Bundesverband Leichtbeton hatte das Institut für Fenster­technik (ift Rosenheim) im Rahmen ­eines Forschungsvorhabens ­beauftragt, Mauerwerk aus KLB-Leichtbetonsteinen als Befestigungsgrund für einbruchhemmende Bauelemente zu testen. Die Prüfversuche nach DIN EN 1627 bis 1630 ergaben die Eignung für den Einbau einbruchhemmender Elemente der Widerstandsklasse RC2. Die verwendeten Leichtbetonsteine sind in der Steindruckfestigkeitsklasse 2 sowie in den Rohdichteklassen zwischen 0,4 und 0,5 eingruppiert, darunter befindet sich auch der mit Mineralfaserdämmstoff gefüllte „KLB Kalopor“ in einer Wanddicke von 36,5 Zentimetern. Erste Testversuche für die Einstufung in RC3 zeigten ebenfalls positive Ergebnisse – hier soll zeitnah eine eigene Forschungsreihe folgen.

www.klb.de

Mauerwerk

Erhöhter Schallschutz

Die „Ultra-Therm“-Objektsteine von Jasto ermöglichen durch eine Erhöhung der Rohdichte einen besseren Schallschutz der Außenwände. Die Leichtbetonsteine sind in den Festigkeitsklassen 2 (Rohdichte 0,50, fk-Wert 1,4) und 4 (Rohdichte 0,55, fk-Wert 2,2) jeweils mit einer Dicke von 36,5 Zentimetern verfügbar. In der Festigkeitsklasse 2 und einer Wärmeleitfähigkeit von 0,09 W/mK (U-Wert: 0,23 W/m²K) ergibt sich ein bewertetes Schalldämmmaß R´w von 48,8 Dezibel. In der Steinfestigkeitsklasse 4 kommt der Stein bei einer Wärmeleitfähigkeit von 0,10 W/mK (U-Wert: 0,25 W/m²K) auf ein bewertetes Schalldämmmaß R´w von 50,0 Dezibel. Die optimierte Geometrie der Steine sorgt zudem für eine sehr gute statische Tragfähigkeit. Passende End- und Laibungssteine runden das Angebot ab.

www.jasto.de

Perlitdämmung

Klimaneutraler Ziegel

Mit dem plangeschliffenen Hochlochziegel „Poroton-T6,5“ mit integrierter Perlitdämmung und einer Wärmeleitzahl von 0,065 hat Schlagmann Poroton sein Sortiment an klimaneutralen Ziegeln erweitert. Bisher umfasst die vor zwölf Jahren gestartete Produktpalette die Hintermauerziegel Poroton-T7, S8 und S9 sowie das Dämmsystem Poroton-WDF. Um die Produktion klimaneutraler Ziegel zu erreichen, entwickelte das Unternehmen zusammen mit anerkannten Klimaschutz-Experten eine 3-Säulen-Strategie, die sich aus Energieeinsparungen bei der Produktion, dem Einsatz erneuerbarer Energien sowie dem CO2-Ausgleich restlicher Emissionen durch Klimaschutzprojekte weltweit zusammensetzt. Der neue T6,5 ist in den Wandstärken 36,5 und 42,5 Zentimeter lieferbar (Rohdichteklasse 0,50) und eignet sich für Projekte vom Einfamilienhaus bis zum Geschosswohnungsbau in KfW-40-Standard.

www.schlagmann.de

Mauerwerk

Ganz in Weiß

Behördliche Funktionsbauten zu realisieren verbinden Architekten zunächst nicht unmittelbar mit gestalterischer Freiheit. Vielmehr wird diese Art von Bauaufgaben von spezifischen Anforderungen des Raumprogramms, sicherheitstechnischen Notwendigkeiten und einem engen Kostenrahmen begleitet. Im Fall der Verkehrspolizeiinspektion Aschaffenburg-Hösbach gesellte sich zu diesen Rahmenbedingungen noch ein Grundstück in direkter Nähe zur Autobahn. Dennoch fügt sich der von Bez + Kock Architekten entworfene Neubau in Form eines auf das Wesentliche reduzierten, 64 Meter langen Riegels in die karge Topografie ein. Seine Fassade besteht aus gesäuerten, in sich geknickten Betonfertigteilen. Das so entstandene Relief verleiht der Außenhülle Struktur und Tiefe und wird auf den Längsseiten von horizontalen Fensterbändern mit blechverkleideten Zwischenelementen durchbrochen.

Klarheit und Struktur prägen auch das Innere des Gebäudes: Der Haupteingang an der 14 Meter breiten Stirnseite führt unmittelbar zum offenen Treppenhaus, das die drei Etagen verbindet. In Anlehnung an die funktionalen Anforderungen wurden Erd- wie Obergeschoss als Dreibund ausgeführt, dessen Mittelteil Nebenräume beherbergt. Innen liegende Flure lockern die strenge Anordnung der Büroräume auf, indem sie nicht nur als Erschließungsflächen, sondern auch als Gemeinschaftsbereiche für Pausen oder Abstimmungen genutzt werden. Die Oberflächen – von den tragenden Wänden aus bruchrauem Kalksandstein über die Fußböden und Türen bis hin zum lackierten Stahl der Treppenelemente – sind durchgängig in Weiß gehalten. Das Wechselspiel der unterschiedlichen Materialien und Texturen tritt dadurch umso deutlicher hervor.

Besonderes Augenmerk legten die Stuttgarter Architekten auf das Sichtmauerwerk von KS-Original in den 60 Meter langen Korridoren. Um seiner Präsenz Rechnung zu tragen, wurden vor Ort mehrere Musterwände von Fachverarbeitern gemauert, nach denen die Architekten das ideale Fugenbild bestimmten. Die Entscheidung fiel zugunsten sehr schmaler, heller Fugen. Ein durchdachtes Beleuchtungskonzept sowie mehrere Oberlichter, die den Innenraum mit Tageslicht versorgen, setzen die Haptik und Anmutung der bruchrauen Kalksandsteinoberflächen zusätzlich in Szene.

www.ks-original.de

Kalksandstein

Herberge für die letzte Reise

Auf einem von der Stadt Rodgau in Hessen zur Verfügung gestellten, rund 4.000 Quadratmeter großen ehemaligen Waldgrundstück „Am Wasserturm“ entstand ein Hospiz mit zwölf Zimmern. Es ist die erste Einrichtung dieser Art im gesamten Landkreis Offenbach. In einem Hospiz entscheiden die Sterbenden, wie sie ihre letzte Lebensphase gestalten wollen. Der Fokus der Betreuung liegt sowohl auf dem kranken Menschen als auch auf seinen Angehörigen, die ebenfalls leiden (siehe DAB 04.2020, „Letzte Hilfe“).

Initiator des Projektes ist die Hospiz Stiftung Rotary Rodgau, die die Hospiz- und Palliativarbeit in der Region Offenbach fördert – überwiegend mithilfe von Spenden und ehrenamtlichem Engagement. So dauerte es viele Jahre, bis das „Hospiz am Wasserturm“ realisiert werden konnte. Die Architekten von der Rodgau-Planungs-Team GmbH konzipierten eine eingeschossige Anlage, bei der von allen Zimmern die angegliederte Terrasse direkt zugänglich ist. Im zentralen Bereich des Gebäudes steht den Hospizgästen und Angehörigen ein gemeinsamer Wohn- und Essbereich mit direkter Anbindung an die Küche zur Verfügung. Um die Kommunikation zwischen Personal, Hospizgästen und Angehörigen zu fördern, wurde die Küche zum Wohn- und Essbereich hin offen und wohnlich gestaltet. Als Rückzugsort für alle Anwesenden dient ein Raum der Stille.

Zu den Spendern zählte auch die Rodgauer Baustoffwerke GmbH Co. KG, die das Material für den Rohbau bereitstellte. Außen- und Innenwände wurden in traditionellem Mauerwerk mit Kalksandstein-Planelementen von Unika erstellt. Die produktspezifischen Eigenschaften des Baustoffs, wie die gute Wärmespeicherfähigkeit und die hohe Rohdichte, schaffen durch den Ausgleich von Temperaturspitzen ein angenehmes Raumklima und bieten einen zuverlässigen Schallschutz.

www.unika-kalksandstein.de

Sanierung

Dämmen, entsalzen, trocknen

Bei einer Bestandssanierung kam im Rahmen eines Forschungsprojektes ein neues System zum Dämmen und Entsalzen der feuchten Mauerwerkswände zum Einsatz. Die über fünf Jahre gesammelten Messergebnisse bescheinigten eine trockene und salzfreie Oberfläche.

Nach Jahren des Leerstands fand sich für das nahe Potsdam gelegene Schloss Güterfelde mit dem Immobilienentwickler Terraplan ein Investor, der das Gebäude zusammen mit dem Architekten Uwe Licht aus Berlin sanierte und darin Eigentumswohnungen schuf. Im Gartengeschoss zeichnete sich im Zuge der Bestandsaufnahme jedoch ein größeres Problem ab: In einem Raum hatte aufsteigende Nässe die Wände nicht nur stark durchfeuchtet, sondern zusätzlich Salze ausgeschwemmt, die an der Innenwand auskristallisierten. Es musste also eine Lösung gefunden werden. Xella hatte damals ein neues Produkt in der Grundlagenforschung, eine sogenannte Entsalzungsplatte, als Erweiterung des mineralischen Innendämmsystems Multipor. Letzteres wurde aufgrund der denkmalgeschützten Fassade im gesamten Gebäude eingesetzt, um den Wärmeschutz zeitgemäß anzupassen. Hierfür hatten das Institut für Bauklimatik der TU Dresden, Xella und die Denkmalschutzbehörde gemeinsam ein Dämmkonzept erarbeitet.

Die im Bereich des salzbelasteten Mauerwerks eingesetzte Multiporplatte kombiniert nun die energetische Ertüchtigung mit der Entsalzung. Dabei entzieht der kapillaraktive Baustoff dem Mauerwerk Wasser und damit die gelösten Salze. Während das Wasser an der Oberfläche verdunstet, lagern sich die Salze in den zahlreichen Poren der Platte ab. Mit dem Wegführen der Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk steigt zugleich die Oberflächentemperatur der Wand, sodass sich die Behaglichkeit und der Wohnkomfort im Raum verbessern. Um hierfür aber auch den Nachweis zu erbringen, war Schloss Güterfelde das ideale Versuchsfeld für verschiedene Prototypen der Platten, die sich seinerzeit in der Entwicklung befanden.

In Kooperation mit den Wissenschaftlern der TU Dresden baute Xella fünf Messstrecken mit Sensoren im Gebäude ein, drei im Gartengeschoss und je eine im Hochparterre und im Obergeschoss, um in kritischen Konstruktionsbereichen wie Ecken und Fensteranschlüssen permanent die Temperatur und Feuchtigkeit aufzuzeichnen. Anschließend erfolgten die Dämmarbeiten mit Multipor. Um dem Kristallisationsdruck der Salze und somit einer möglichen Salzsprengung standhalten zu können, wurden Platten mit höheren Rohdichten ausgewählt. Auch unterschiedliche Mörtelkleber waren Teil der Untersuchungen. Gleichzeitig mit der Montage der Platten erfolgte der Einbau von Messsensoren in die feuchten Wände. Vor allem die Temperatur- und Feuchtewerte zwischen Bestandswand und Innendämmung, aber auch in der Bestandswand interessierten die Forscher. Wie würden sich die Werte über das Jahr verändern? Wie viel Feuchtigkeit würde tatsächlich an der Oberfläche ankommen? Fast fünf Jahre wurden Messwerte gesammelt, bis die Bohrkerne 2017 aus der Bestandswand entnommen und die Daten ausgewertet wurden. Das Ergebnis: In keinem Fall wurden Nässe oder Salze in der Grenzschicht gefunden, die energetischen Vorgaben ließen sich stabil erreichen. Alle Prototypen hatten somit bestens funktioniert.

Für die Markteinführung wurde schließlich eine diffusionsoffene und kapillaraktive Multiporplatte mit einer erhöhten und speziell auf salzbelastetes Mauerwerk angepassten Druckfestigkeit von  350 kPa ausgewählt, die im ­Gegensatz zu üblichen Saniersystemen über eine deutlich bessere Wärmeleitfähigkeit verfügt. Der passende Mörtel ist mit einem hoch sulfatbeständigen Zement ausgestattet. Auf hydrophobierende, also wasserabweisende, Eigenschaften wurde in diesem Fall verzichtet. Schließlich soll das Wasser aus der Wand herausgeholt werden und dazu muss es den Mörtel passieren können. So entstand ein Spezialmörtel mit einer hohen Sulfatbeständigkeit und einer erhöhten kapillaren Wasseraufnahme durch die verminderte Hydrophobierung. Nach Abschluss aller Feldstudien und Belastungstests ist das System Multipor ExSal Therm nun seit letztem Jahr auf dem Markt. Es lässt sich schnell und unkompliziert aufbringen: Ohne das Mauerwerk vorher trockenlegen zu müssen (was bei üblichen Sanierputzen Standard ist), klebt der Verarbeiter die Entsalzungsplatte vollflächig auf die feuchte Innenseite der zu dämmenden Außenwand. Lange Trocknungs- oder Putzstandzeiten sind nicht nötig. Insgesamt ist die Sanierung von feuchtem und salzbelastetem Mauerwerk damit einfacher, langlebiger und folglich wirtschaftlicher als mit herkömmlichen Saniersystemen.

www.xella.de