Automatisiertes ­Stellplatzsystem

Das Palais Coburg in Wien – ein historischer Palast aus dem Jahr 1844 – wurde 2003 zum Hotel (Palais Coburg Residenz) umgebaut. Dem Faible des Bauherrn für technische Finessen, aber auch der Wiener Stellplatzverpflichtung war es zu verdanken, dass für die adäquate Unterbringung von Fahrzeugen von Beginn an ein automatisches Parksystem zur Verfügung stand. Dieses wurde Anfang 2004 in Betrieb genommen, entsprach jedoch nicht den Erwartungen an perfektes vollautomatisches Parken. Im Zuge der kürzlich erfolgten Renovierung war daher ein neues platz- und flächensparendes System gefragt, das sowohl den aktuellen Ansprüchen der Hotelgäste an Komfort, Sicherheit und Funktionalität genügt als auch an Anwohner vermietet werden kann.

Gewählt wurde der „Parksafe 580“ von Wöhr, ein besonders flexibles Parksystem, das als Schacht- und/oder Turmversion zum Parken von Autos in bis zu 50 Ebenen übereinander eingesetzt werden kann. Auch eine mehr­reihige Anordnung in zwei, drei oder vier Reihen neben dem Vertikallift ist möglich. Beim Palais Coburg entstanden auf sieben unterirdischen Etagen insgesamt 79 Stellplätze. Wie alle Parksysteme des Herstellers, wurde auch dieses projektbezogen entwickelt. Der Parksafe benötigt lediglich 2,7 Quadratmeter pro Stellplatz, die Zugriffszeit liegt zwischen 108 und etwa 186 Sekunden und die zwei separaten Übergabekabinen ermöglichen gleichzeitig das Ein- und Ausfahren. Der freie Stellplatz wird im Hotel oder vom Fahrzeug auf der Zufahrtsstraße per Fernbedienung angefordert, die Übernahme beziehungsweise Abgabe des Fahrzeugs erfolgt in einem hellen und ansprechend gestalteten Übergabebereich. Über einen Monitor wird der Nutzer detailliert und anschaulich durch alle Parkvorgänge geleitet.

www.woehr.de

My Home

Optik in Edelstahl

Durch das ausgefallene Lochdesign einer Treppenhaus-Bekleidung avanciert ein Münchener Hotel zum Blickfang.

Für das Apartment-Hotel „My Home“ wurden in der Hanauer Straße in München die sechs Etagen eines Bürogebäudes zu insgesamt rund 120 etwa 30 Quadratmeter großen, Zimmern umgebaut. Ausstattung und Design ähneln Wohnungen, in denen sich die Gäste wie zu Hause fühlen sollen. Dieses Konzept – auch Boardinghouse genannt – richtet sich hauptsächlich an Privat- und Geschäftsleute für eine Mietdauer von 30 Tagen und mehr. Während der Bau im Innern grundlegend erneuert wurde, blieb die Gebäudehülle aus der Nachkriegszeit weitestgehend erhalten. So prägen umlaufend verspiegelte Flächen zwischen den Fensterbändern bis heute die Fassaden. Lediglich die an den Stirnseiten vorgesetzten Treppenhäuser wurden durch eine Bekleidung optisch aufgewertet.

Architekt Reinhard Maier-Trommeter aus Helfenbrunn wählte dafür Lochbleche aus Edelstahl. Aus ästhetischer Sicht ermöglichte es dieser Werkstoff seiner Meinung nach am besten, den spiegelnden Charakter der Fassaden aufrechtzuerhalten. Außerdem gelang es durch ein außergewöhnlich großes und abwechslungsreiches Lochmuster, die Treppenhäuser gestalterisch besonders hervorzuheben. Die Durchmesser variieren in Abstufungen zwischen 40 und 140 Millimetern – damit ist zugleich der Blick nach draußen gesichert. Hergestellt hat die Lochbleche Moradelli Metall Design aus Kirchheim bei München. Das bereits in der siebten Generation geführte Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, individuelle Vorstellungen von Architekten zu verwirklichen.

Für das Apartment-Hotel entstanden die Löcher durch Lasern. Das war Reinhard Maier-Trommeter besonders wichtig, denn die Spiegelung der Oberfläche bleibt so nahezu verzerrungsfrei erhalten. Diese lasertypische hohe Reflexion der Schnittkanten war auch für das innenarchitektonische Konzept wichtig, um die Beleuchtung zu untermalen. Die Lochbleche finden sich hier in den halb-öffentlichen Bereichen wieder: zum Beispiel am Tresen der Rezeption, punktuell an Wänden und Decken sowie als Rückwand der Bar. Bei Letzterer übernehmen die Edelstahl-Lochbleche zugleich noch die Funktion eines Weinregals.