Abdichtung

Gradierwerk in Kevelaer

Schon 1992 entdeckte man im Wallfahrtsort Kevelaer am Niederrhein bei Bohrungen eine Solequelle. Doch erst zwei Jahrzehnte später entwickelte die Stadt ein Konzept für die Nutzung des salzhaltigen Wassers. Galt es doch, die traditionsreiche Wallfahrt mit einem sich ständig verändernden Reiseverhalten und einer klassischen Kuranwendung zu verbinden. Entstanden ist der Pilger- und Solepark „St. Jakob“, dessen Zentrum ein Gradierwerk bildet. Architekt Peter Grund von der Architektengemeinschaft Groger Grund Schmidt aus Kassel orientierte sich bei seinem Entwurf an der Form einer Jakobsmuschel. Ein Gradierwerk besteht aus dem Solerückhaltebecken, dem bedornten Holzbauwerk, den Dächern, zwei Holztürmen und der Soletechnik. Da das Wissen über Gradierwerke kaum verschriftlicht ist und es immer weniger Fachleute gibt, die sich damit auskennen, sind Planung und Ausführung eine Herausforderung. Peter Grund ist mittlerweile auf Gradierwerke spezialisiert und hat schon mehrere geplant, „doch der Lernprozess hört nicht auf. Etwa zwei Jahre bin ich herumgereist, habe die Bauweise studiert und Berater angeworben, bevor ich mich getraut habe, das erste Gradierwerk im Jahr 2008 zu planen.“ Die mit Salz angereicherte Luft, die ein Gradierwerk umgibt, verlangt meerwasserbeständige Materialien. So wurde bei den Solerückhaltebecken auf eine ausreichende Betondeckung der Bewehrung geachtet und zusätzlich eine Beschichtung aufgetragen. Holz ist an sich robust gegenüber salzhaltiger Luft und wird dadurch eher noch besser konserviert. Bei den fünf aneinandergereihten Satteldachflächen und den Holztürmen entschied sich der Architekt wieder für das Dachabdichtungssystem „Evalon“ von Alwitra, das er aufgrund der Zusage des Herstellers für eine dauerhafte Seewasserbeständigkeit bereits bei der Sanierung eines anderen Gradierwerkes eingesetzt hatte. In Kevelaer kam die Variante „Evalon dual“ zum Einsatz. Diese Dachabdichtungsbahn verfügt neben der Hochpolymerlegierung aus Ethylen-Vinyl-Acetat-Terpolymer (EVA) und Polyvinylchlorid (PVC) auf der Ober- und Unterseite über eine mittige Verstärkung. Dadurch entsprach sie dem geforderten Anspruch auf eine mechanisch befestigte Verlegung. Für den Dachrandabschluss wurden passend gekantete rostfreie Edelstahl-Verbundbleche des Herstellers verwendet.

www.alwitra.de

Holz-Fertigbauweise

Einfamilienhaus in Oberaudorf

Das Einfamilienhaus in einem kleinen Dorf im oberbayerischen Landkreis Rosenheim ist ein Beispiel dafür, dass auch eine standardisierte Holz-Fertigbauweise individualisiert werden kann. Hierfür arbeiteten der Innenarchitekt Christian Enxing von ekp-architekten + innenarchitekten und Regnauer Hausbau eng zusammen. Regnauer Hausbau bietet traditionell Fertighäuser an, deren kurze Bauzeit sowie die energieeffiziente und ökologische Holzständer-Bauweise die Bauherren, aber ebenso Christian Enxing überzeugte, zumal er auch Schreiner ist. Um die schmale, frei stehende Straßenfassade formal möglichst klar und markant gestalten zu können, verlegte der Planer den Haupt- und den Nebeneingang an die Seiten des Gebäudes. Das ermöglichte zugleich auch einen großzügigeren Grundriss. Für noch mehr Großzügigkeit im Inneren wurden die Räume mit einer Sonderhöhe von 2,75 Metern bemessen. Und um die Fassade noch eleganter erscheinen zu lassen, wurden die ohnehin schlanken Sparren der Dachkonstruktion an den Enden verjüngt. Besonderen Wert legte Enxing vor allem auf die sägeraue Außenschalung, die Regnauer trotz höherem Aufwand ebenfalls realisierte. „Wir wollten eine Schalung, die lange schön ist und trotzdem nicht regelmäßig lasiert oder lackiert werden muss. Sie sollte daher vorbewittert sein und von Anfang an wie schön gealtertes Holz aussehen.“ Das Lärchenholz wurde deshalb bereits im Werk in einem markanten Silberton gestrichen. Da sägeraues Holz nach der Montage auch nicht mehr geschliffen wird, müssen die im Zuge der Trocknung gelegentlich verformten Bretter auf der Baustelle zudem durch andere ersetzt werden.

www.regnauer.de

Terrasse

Bauaufsichtlich ­zugelassen

Neben einer Unterkonstruktion aus Holz, kann die Terrassendiele „Die Beliebte massiv“ des fränkischen Unternehmens Naturinform dank bauaufsichtlicher Zulassung (Z-10.9-484/2) jetzt auch auf einer Alu-Unterkonstruktion ­verlegt werden. Damit eignet sie sich als lastabtragender Boden für Dachterrassen, Laubengänge, Loggien, Balkone, Ausstiegspodeste und ähnliches sowie Treppen und Treppenpodeste in Wohn- und Bürogebäuden entsprechend der DIN EN 1991-1-1/NA1, Tabelle 6.1DE, Kategorie Z, T1 und T2. Die Terrassen­diele gibt es mit einer fein oder grob geriffelten, gebürsteten Oberfläche (Rutschhemmstufe R12 und R13) in den Farben Braun, Anthrazit, Steingrau und Schwarzbraun. Wie alle anderen Produkte des Herstellers besteht auch „Die ­Beliebte massiv“ aus einem innovativen, robusten Holzverbundwerkstoff, der im Verhältnis 70 zu 30 aus Holzfasern heimischer Wälder und einem umweltverträglichen, sortenreinen Polymer gefertigt wird.

www.naturinform.de

Holzrahmenbau

vollkommen vorgefertigt

Immer mehr Baustoff-Hersteller wollen die Qualität der Bauausführung durch vorgefertigte Lösungen erhöhen. So hat Inthermo mit der „Prefab-Zarge 1.0“ eine Lösung für den schnellen und sicheren Einbau von Fenstern in Holzfertighäuser und Holzrahmenbauten entwickelt. Die Zarge wird objektspezifisch vorgefertigt, sodass sie praktisch jeden Fensterrahmen modell- und herstellerunabhängig aufnehmen kann – ganz gleich, ob er aus Holz, Alu oder Kunststoff besteht. Auf der Baustelle sind dann nur wenige Handgriffe nötig, um die Zarge passgenau und fehlerfrei im Fensterausschnitt der Außenwand zu montieren. Der Einbau des Fensters erfordert je nach Größe ein bis maximal zwei Fachkräfte. Vorteile dieser Lösung sind zudem die sichere Verankerung des Fensters in der Außenwand sowie der wind- und schlagregendichte Anschluss.

www.inthermo.de

Tiefgaragen

Dämmende Deckenplatten

Knauf Insulation hat sein „Tektalan“-Zweischichtplatten-Sortiment für Decken von Tiefgaragen, Parkhäusern, Technikräumen und Kellern zeitgemäßen Bedürfnissen angepasst. Fünf Produktgruppen – von einer Basisausführung ohne Extras bis hin zur Deckendämmplatte samt integrierter Beleuchtung – bilden jetzt das Angebot der nicht brennbaren Holzwolle-Lösungen der Baustoffklasse A2. „Tektalan A2-Basic“ ist die einfachste Dämmplatte mit robuster Holzwolle-Oberfläche. Bei „Tektalan A2-SmartTec“ ist die Oberfläche in einem Naturfarbton egalisiert. „Tektalan A2-Protect“ erlaubt die Ertüchtigung von Bestandsdecken bis auf die Brandschutzklasse F120 A. „Tektalan A2-Silent“ erreicht mit einem w-Wert von 0,9 eine Schallabsorption der Klasse A. Und mit den Dämmplatten der Serie „Tektalan A2-Lumax“ werden Deckendämmung, Oberflächengestaltung und Beleuchtung in einem Produkt kombiniert.

www.knaufinsulation.de

Brandschutz

Brandabschottung im Holzbau

Für das Abschotten von Deckendurchbrüchen für gebäudetechnische Installationen werden im Holzbau aufgrund bislang fehlender Standards meist die im Massivbau zugelassenen Abschottungen verwendet. Dafür müssen die Durchbrüche mit Gips verkleidet oder mit Beton ausgegossen werden. Die Folge ist ein hoher Zeitaufwand bei großer Schmutz- und Feuchtebelastung. Lignatur und Hilti haben gemeinsam mit ihren speziellen Brandabschottungen für Sammel- und Einzeldurchbrüche hierfür eine Alternative auf den Markt gebracht. Steigschächte mit Heizungs-, Wasser- und Abwasserleitungen sowie Elektroinstallationen werden einfach mit dem Hilti-Brandschutzstein verschlossen. Dazu wird der Brandschutzstein auf der Baustelle in einen im Werk vorgefertigten Standard- oder Maß-Deckendurchbruch des Lignatur-Elements eingepasst – lediglich die Leitungsdurchführungen im Brandschutzstein müssen noch ausgeschnitten werden. Sämtliche Deckendurchführungen erreichen so die geforderte Feuerwiderstandsklasse.

www.lignatur.ch

Fassade

Holzoptik auf Aluminium

Prefa hat für seine Aluminium-Sidings eine spezielle Holzoptik in neuen, warmen Farbtönen entwickelt: Walnuss braun, Eiche beige-grau und Eiche natur. Damit verknüpft der Hersteller die Materialeigenschaften von Aluminium mit der traditionellen Optik einer Holzfassade. Die Sidings sind witterungsbeständig, langlebig und erfordern kein Nachstreichen. Aufgrund individueller Längen nach Maß, der Kombination unterschiedlicher Baubreiten sowie der senkrechten oder waagerechten Verlegung mit oder ohne Schattenfugen ergeben sich zahlreiche Varianten zur Gestaltung vorgehängter hinterlüfteter Fassaden.

www.prefa.de

Weinhandlung

Mit Ortbeton und Fertigteilen

In der gesichtslosen Peripherie des Stuttgarter Ostens entlang der B 14 entwarfen Hippmann Architekten mit der Online-Weinhandlung „club traube“ eine reduzierte und wirtschaftliche Lösung mit Beton, die gerade deshalb eine Land­marke setzt. Der Standort wurde bewusst gewählt. Das etwa 3.000 Quadratmeter große Grundstück entsprach in puncto Zufahrt und Größe den Anforderungen an das Gebäude mit Büroarbeitsplätzen, Lager, Logistik und Verpackung am besten. Der gestalterische Anspruch bestand darin, dem nichtssagenden Umfeld etwas entgegenzusetzen, ohne es zu ignorieren.

Bei der Entwurfsplanung untersuchten die Architekten zunächst drei verschiedene Bauweisen: Industriebau in Metall sowie die Ausführung in Holz oder Beton. „Da bei dem Grundstückszuschnitt eine Grenzbebauung notwendig war, musste eine Brandwand zum benachbarten Grundstück errichtet werden. Aus diesem Grund mussten wir dann ziemlich schnell die Alternativen in Holz und auch in Stahl ausschließen“, resümiert Marco Hippmann. Aus wirtschaftlichen Gründen entschied man sich für Beton-Fertigteile und Ortbeton – alles von der Franz Traub GmbH & Co. KG aus Aalen-Ebnat produziert und ausgeführt.

Materialien, Farben und Öffnungen wurden bei dem Gebäude auf ein Minimum reduziert, um den Fokus auf das Produkt Wein und das Unternehmen zu richten. Aus Kostengründen wählte man zudem den Standardbeton des Herstellers, dessen unauffälliger Grauton (RAL 7032) sich dem äußeren Umfeld anpasst. Als einziges Design­element weist an der Fassade der Schriftzug „club traube“ in Messing-Buchstaben auf die Nutzung hin. Die Sichtbetonflächen im Inneren bilden die Schalung ab.

Herzstück ist der 7,50 Meter hohe Wein-Raum, in dem die Verkostungen an einem langen Holztisch stattfinden. Der puristisch gestaltete Ort bietet 30 bis 100 Personen Platz und wird frei vermietet, denn Räume in vergleichbarer Größe sind in Stuttgart rar. Eine Eigenschaft des Betons, von dem die Menschen und der Wein gleichermaßen profitieren, ist seine gute Speicherfähigkeit. Besonders an heißen Tagen sorgen die großen Betonmassen für erträgliche Raumtemperaturen. Außerdem erfordert die Lagerung von Wein ein gewisses Temperaturfenster, in dem Schwankungen nur langsam verlaufen dürfen, um die Qualität des Produktes nicht zu gefährden. Auch diesen Anspruch erfüllt der Neubau – und das ganz ohne technische Kühlung.

www.beton.org

Holzfassade

Variables 3D-System

Mit „Pinumont“ hat Mocopinus ein System vorgestellt, dessen zwei Basisprofile – ein Wechselfalzprofil und ein Parallelogramm – in vier verschiedenen Konstellationen montiert werden können. Je nach Verlegeart in einem ruhigen oder lebendigen Stil, können die Fassade oder Teile davon betont oder zurückhaltend gestaltet werden. Zusätzlich ist es möglich, Komponenten für Lichteffekte zu integrieren. Alle Oberflächen der Massivholzprofile aus Sibirischer Lärche besitzen eine Mikroriffelung, die eine Lichtbrechung bewirkt und den dreidimensionalen Tiefeneffekt noch verstärkt. In puncto Optik besteht die Wahl zwischen naturbelassen (Larixron), endbehandelt mit einer silbergrauen Vergrauungslasur (Alpinova 10) sowie einer onyxschwarzen, matten und halbtransparenten Holzlasur mit Alu-Pigmenten (Mattnova20). Ab 50 Quadratmeter sind zudem alle RAL-Farblasuren möglich. Pinumont eignet sich auch für den Innenausbau.

www.mocopinus.com

Brandschutz

F30-TREPPE AUS HOLZ

Die Bäthe Treppen GmbH, die Franz Hasler AG und die Schreinerei und Treppenbau Ihle GmbH haben in einer eigens gegründeten Projektgruppe eine Brandschutztreppe mit F30-Zertifizierung auf den Markt gebracht. Die „BST“ (Brandschutztreppe) entstand in mehrjähriger Entwicklungsarbeit, bei der unter anderem Materialquerschnitte, Verschraubungen, Leim-Zusammensetzung und die Statik optimiert wurden. Kernstück der Konstruktion bilden sogenannte Fire-Stop-Elemente, die auch unter widrigsten Umständen eine längere Begehbarkeit der Treppe gewährleisten. Das hat die Materialforschungs- und Prüfungsanstalt (MFPA) Leipzig in umfangreichen Abbrandtests geprüft. Dabei wurden diverse Holzarten und Einbausituationen untersucht, bevor die Treppe das allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnis Nr. P-SAC02/III-953 erhalten hat. Somit stehen für die BST beim Einsatz in den Gebäudeklassen 1 bis 3 nicht nur verschiedene Holzarten und Geländer-Systeme zur Wahl, sondern die Konstruktion lässt sich auch an die jeweilige Einbausituation individuell anpassen.

www.baethe.de

Fassade

HOLZ, MIT FEUER VEREDELT

Mocopinus entwickelt immer wieder Technologien, um seinen Massivholzprofilen für Holzfassaden besondere Oberflächen zu verleihen. Eine der neuesten Bearbeitungstechniken basiert auf der jahrhundertealten japanischen Methode der Holzveredelung mit Feuer, genannt Yakisugi. Daraus entstand „Carboset 10“ – eine Oberfläche mit ausgeprägtem Relief. Dazu wird zunächst die oberste Schicht des Holzes (Douglasie) kontrolliert verbrannt und die schwarze Ascheschicht abgebürstet. Dadurch verbleibt das verkohlte Material auf den harten Jahresringen, während sich auf weicheren Stellen eine deutlich hellere Vertiefung zeigt. Durch den abschließenden Auftrag einer nussbraunfarbenen Holzlasur entsteht eine harmonische Ton-in-Ton-Farbgebung. Zugleich macht diese Behandlungsart Holzschutzmittel überflüssig.

www.mocopinus.com