Fassade

Bürogebäude in Waldesch

Das Koblenzer Architekturbüro Lindschulte Thillmann plante und realisierte für Hau Lichtdesign einen Neubau, der minimalistisches Design mit innovativer Lichtarchitektur verbindet. Die Fassade in Sichtbetonoptik schafft zusammen mit den großen Glasfronten den Rahmen, um auf drei Stockwerken die Lichterlebniswelt des Bauherrn zu präsentieren. Was jedoch aussieht wie echter Beton, ist eine auf dem WDV-System „EPS Prime“ von Brillux mit dem „Mineral-Leichtputz G 3679“ gestaltete Sichtbetonoptik. Zu Brillux gelangte Architekt Fabian Thillmann, als er ein WDV-System suchte, das eine betonähnliche Oberfläche ermöglichte. Der Zufall wollte es, dass der technische Berater des Herstellers Michael Mathias Plein gerade eine Musterplatte mit dem Mineral-Leichtputz G 3679 in einer Betonoptik entwarf. Das Ergebnis überzeugte sofort die am Projekt Beteiligten. Zugleich betraten alle mit dieser Kreation Neuland, was zu einer intensiven Zusammenarbeit bei Planung, Ausschreibung und Ausführung führte. Die Einteilung der einzelnen Felder der Betonoptik hatte das Architekturbüro in Abstimmung mit dem Auftraggeber zuvor festgelegt. Der Mineral-Leichtputz G 3679 wurde als Grund- und Schlussspachtelung mithilfe einer speziellen Gestaltungstechnik unter Anleitung von Brillux vom Malerbetrieb VM Fassaden von Hand aufgetragen. Der für WDV-Systeme konzipierte Glattputz ist sehr haftfest, filzbar und frei strukturierbar, weshalb er sich für die gewünschte ebenmäßige und zugleich leicht strukturierte Gestaltung besonders gut eignete. Die Verarbeitung im Systemaufbau sorgt dafür, dass der Putz nach DIN 4102 schwer entflammbar (B1) ist. Die Zwischen- und Schlussbeschichtung der Fassade erfolgte mit „Extrasil 1911“, einer wetterbeständigen, wasserdampfdiffusionsfähigen Fassadenfarbe auf Silikatbasis. Der für die natürliche Lebendigkeit der Sichtbetonoptik abschließende Lasurauftrag erfolgte ebenfalls mit Extrasil 1911. Die Sichtbetonoptik findet sich auch innen im Gebäude wieder. Um die Ausstellung von Hau Lichtdesign in Szene zu setzen, wurden die Wände mit „Creativ Sentimento 78“ gestaltet – einer der Kreativtechniken des Herstellers.

www.brillux.de

Vorfertigung

Innenfassade im Programm

Die Lindner Group hat bereits für unterschiedliche Projekte im In- und Ausland absturzsichere Glas­trennwände mit Brand- und Schallschutz als individuelle Sonderlösungen realisiert. Jetzt hat das Unternehmen diese Innen­fassaden für beheizte Atrien in das Standardproduktprogramm überführt. Das bringt für Anwender wirtschaftliche Vorteile mit sich, vor allem aufgrund des hohen Vorfertigungsgrades und der flexiblen Montage. Dennoch bleibt ein gestalterischer Spielraum erhalten, denn Material und Format können individuell angepasst werden. Statisch entspricht die Innenfassade den Anforderungen der DIN 18008-4 (experimenteller Nachweis). Sie kann entsprechend unterschiedlichen Anforderungen an Brand- und Schallschutz realisiert werden.

www.lindner-group.com

Klinkerfassade

Mehrgenerationenhäuser in Bad Bramstedt

In Bad Bramstedt wird gerade gebaut, wie seit Jahrzehnten nicht mehr, denn die Kleinstadt im Kreis Segeberg soll die Metropolregion Hamburg entlasten. Aktuell wächst im Zuge des Baubooms das Neubaugebiet südlich der Bimöhler Straße heran. Im Auftrag eines privaten Investors entstanden hier unter anderem drei familien- und seniorengerechte Mehrfamilienhäuser – geplant vom Hamburger Büro 360grad Architekten. Die Vorgabe des Bebauungsplans, die Fassaden hell zu gestalten, setzten die Architekten mit dem Wasserstrichziegel „RT 101 Prima Genova“ von Randers Tegl um. Klinkerfassaden aus Wasserstrichziegeln zeichnen sich durch eine lebendige Optik aus, da jeder Ziegel aufgrund der speziellen Produktionsmethode praktisch ein Unikat ist. Sie durchlaufen während der Herstellung einen aufwendigen Veredlungsprozess, wobei zahllose Variationen und unterschiedliche Strukturen auf der Oberfläche entstehen.

Bei den Mehrgenerationenhäusern werten Rundungen und Reliefstrukturen das Erscheinungsbild weiter auf. Unter anderem fassen elegante Reliefe die Fensterbereiche zusammen und gliedern so die Fassaden. Das östlichste der drei Gebäude besitzt eine Rundung, die die ansonsten klare Geometrie akzentuiert. Einen Kontrast setzen zudem die dunkler abgesetzten Staffelgeschosse mit bodentiefen Fenstern und auskragendem Flachdach. Die Wasserstrichziegel wurden allerdings nicht allein wegen der Optik gewählt. Die Architekten empfahlen dem Bauherrn eine Klinkerfassade auch aufgrund nachhaltiger Aspekte wie der langen Lebensdauer des Materials und der weitgehend wartungsfreien Verblend-Konstruktion.

www.randerstegl.de

Effektlack

Struktur wie ­Libellenflügel

Der österreichische Hersteller von Metallsystemen für Dach, Wand und Fassade Domico bietet mit „Wave“ eine PVDF-Effektlack-Beschichtung an, deren Oberflächenstruktur Libellenflügeln ähnelt. Unter Sonneneinstrahlung wird durch die Lichtstreuung ein dreidimensionaler und horizontal ausgerichteter Hologramm-Effekt erzeugt. Je nach Betrachtungswinkel variiert der Helligkeitsgrad der Oberfläche. Die Wave-Beschichtung kann in Weiß und Schwarz bei den Fassadensystemen „Planum“ und „Swing“ des Herstellers ausgeführt werden. Ihr Glanzgrad liegt bei 40 Prozent, die Gesamtdicke des mehrschichtigen Aufbaus beträgt 40 Mikrometer. Bei einer PVDF-Beschichtung handelt es sich um eine High-Performance-Lackierung auf der Basis von Polyvinylidenfluorid.

www.domico.at

Ratgeber

Leitlinie für VHF-Fassaden

Wie lässt sich die Qualität einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF) beurteilen und welche Toleranzen sind zulässig? Wann ist das Erscheinungsbild beeinträchtigt und welche Grenzabweichungen sind vertretbar? Mit der neuen Leitlinie „Beurteilungsmethodik und Toleranzen von Vorgehängten Hinterlüfteten Fassaden“ hat der Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden e. V. (FVHF) einen praxisorientierten Handlungsleitfaden herausgegeben, der Bauherren, Planern und Verarbeitern bei der Abnahme einer VHF eine Hilfestellung bietet. Darin wird unter anderem auch der Rahmen für VHF-spezifische und teilweise nicht in Normen und Vorschriften geregelte Toleranzen festgelegt. Beurteilt wird unter gebrauchsüblichen Bedingungen und mit der Berücksichtigung, dass es sich bei der VHF um eine unter Baustellenbedingungen handwerklich erstellte Bauleistung handelt. Die Broschüre kann gegen eine Schutzgebühr von 9,95 Euro per E-Mail beim FVHF (info@fvhf.de) bestellt werden.

www.fvhf.de

Schiebesysteme

Ganzglas- und Flügel-ecken

Die Schiebe- und Hebe-Schiebesysteme von Heroal stehen aufgrund des Werkstoffs Aluminium und der durchdachten Konstruktionen für langlebige Lösungen, mit denen sich auch besonders große Elemente realisieren lassen. Je nach gewünschter Öffnungsart ist die Montage mit ein-, zwei- oder dreispurigem Rahmen und mit bis zu sechs beweglichen Flügeln möglich. Als ästhetisch hochwertig und konstruktiv anspruchsvoll gelten Ganzglas- oder Flügelecken, wie sie das System „S 77 SL“ erlaubt. Die Ganzglasecke ist ohne Elementrahmen im Stoßbereich konstruiert, sodass der Blick nach draußen ungestört bleibt. Gleiches gilt für die Flügelecke zum Öffnen, da im Eckbereich keine Stütze montiert wird. Für eine komfortable Bedienung sorgt die motorisierte Antriebstechnik „SF Drive“ des Herstellers, womit sich die Türen bequem per Knopfdruck, Fernbedienung oder Anbindung an ein Smart-Home-System öffnen und schließen lassen.

www.heroal.de

Fassade

„StudierQuartier“ im Wissenschaftspark in Osnabrück

Am Rand einer Grünfläche unweit der Universität ließ das Studentenwerk Osnabrück ein Wohnheim mit 124 Apartments errichten. Neben der modernen Innenausstattung punktet der Neubau mit einem regenerativen Energiekonzept mit Photovoltaik, Solarthermie und Wärmepumpe durch ein nicht alltägliches Erscheinungsbild. Die Fassaden wirken nicht nur aufgrund ihrer Farbigkeit dynamisch, sondern auch wegen der wellenförmig vorgehängten Konstruktion aus insgesamt 9.574 Keramik-Formteilen der Kollektion „KeraShape“ von Agrob Buchtal. Das mit der Planung des Gebäudes beauftragte Osnabrücker Büro PLAN.CONCEPT Architekten entschied sich für sechs rötliche, gelbe und grüne RAL-Farbtöne.

Damit die Glasuren auf der Keramik auch den RAL-Farbtönen entsprechen, wurden zum Teil neue Rezepturen entwickelt. Die vierkantförmigen Formteile unterscheiden sich außer in der Farbe mit 114, 145 und 81 Zentimetern zudem in der Länge. Wo keine Fenster die Fassade unterbrechen, entstehen 12,1 Meter hohe, filigrane Farbstreifen, die scheinbar fugenlos durchlaufen, da sie mit verdeckten Klammern an der Unterkonstruktion montiert sind. Bei der Unterkonstruktion handelt es sich um eine übliche, standardisierte Ausführung. Sie wurde jedoch auf eigens entwickelten Stahlschwertern befestigt, die die wellige und teilweise sogar überhängende Form der Fassade aufnehmen.

www.agrob-buchtal.de

Glasflächen

Optimierte Hebe-Schiebetür

„Vekamotion 82“ von Veka löst die Hebe-Schiebetür „Vekaslide“ ab. Bei der Entwicklung des Nachfolgemodells stand laut Hersteller der Designaspekt im Fokus. Dem Trend zu großen Glaselementen mit minimiertem Rahmenanteil folgend, bietet die neue Hebe-Schiebetür um bis zu 20 Prozent reduzierte Flügelansichten. Bei der Variante „Vekamotion 82 Max“ besitzt der fest stehende Flügel sogar nur eine Innenansichtshöhe von 28 Millimetern. Außen ermöglicht diese Rahmenkonstruktion umlaufend eine maximale Überputzung. Trotz der schlanken Optik kann die Konstruktion Dreifach-Isolierglas bis 54 Millimeter Glasdicke aufnehmen. Mithilfe spezieller Zweikomponenten-Dichtteile und großvolumiger Dichtungen wird zudem eine Dichtigkeit bis zur Stufe 9A erreicht. Problemlos lassen sich mit der Neuentwicklung auch erhöhte Anforderungen bei der Bauwerksabdichtung und beim Sicherheitsniveau erfüllen.

www.vekamotion82.de

Mauerwerk

Quartier St. Leonhard in ­Braunschweig

Das Gelände rund um die Kapelle St. Leonhard ist seit dem Mittelalter von medizinischen, sozialen und pädagogischen Einrichtungen geprägt. Diesen historischen Hintergrund nahmen drei gemeinnützige lokale Träger zum Anlass, um auf dem Areal ein offenes, vernetztes Quartier zu schaffen. Nach den Plänen von Feddersen Architekten aus Berlin ergänzen in den kommenden Jahren insgesamt fünf Neubauten die denkmalgeschützten Bestandsgebäude, die im Zuge der Baumaßnahme umgenutzt werden. Neben Wohn-, Bildungs- und Therapiegebäuden stehen künftig auch Arbeits- und Werkstätten sowie gastronomische und kulturelle Angebote zur Verfügung.

Den Anfang macht als größter Komplex Haus 4, das im Jahr 2018 fertiggestellt wurde. Im Erdgeschoss ist eine internationale Kindertagesstätte und in den oberen Etagen ein Internatswohnbereich für 108 Jugendliche untergebracht. Das äußere Erscheinungsbild wurde im Einklang mit den Bestandsbauten zurückhaltend gestaltet: Das Sockelgeschoss besitzt eine verklinkerte Fassade, die darüberliegenden Stockwerke verfügen über ein WDVS mit einem mineralischen Putz in Weiß. Um die traditionsreiche Geschichte von St. Leonhard fortzusetzen, bedurfte es wertbeständiger Baustoffe. Die Architekten entschieden in diesem Fall, für den Rohbau Kalksandsteine zu verwenden, die auch in stark frequentierten Bereichen für einen hohen Schallschutz sorgen. Konkret fiel die Wahl auf das System „KS-Plus“ von KS-Original. Neben den gewünschten Materialeigenschaften konnte aufgrund der vorgefertigten großformatigen Steine zudem die Bauzeit deutlich verkürzt werden.

www.ks-original.de

Fenstersystem

Firmenzentrale der Roschmann Group in Gersthofen

Für das Fenstersystem „AWS 75 PD.SI“ hat Schüco ein Öffnungselement entwickelt, das minimierte innere und äußere Ansichtsbreiten mit hoher Wärmedämmung kombiniert. Die Bezeichnung steht für Aluminium Window System, 75 Millimeter Bautiefe, Panorama Design, Super Insulated. Das System lässt sich als klassisches Lochfenster, als Fensterband oder als Einsatzelement in die Pfosten-Riegel-Konstruktion „FWS 35 PD“ des Herstellers integrieren und ist damit für alle Anwendungen, besonders aber im Objekt- und gehobenen Wohnungsbau geeignet.

Eines der ersten Gebäude, wo das Fenstersystem eingesetzt wurde, ist die neue Firmenzentrale der Fassadenbaufirma Roschmann Group. Der zwölfstöckige Glasturm an der Autobahn A 8 im bayerischen Gersthofen ist weithin sichtbar. Von innen eröffnet die transparente Doppelfassade einen eindrucksvollen Panoramablick auf Augsburg und die Alpen. Um diesen außergewöhnlichen Weitblick möglichst wenig zu unterbrechen, war es das Ziel des Bauherrn, ein Öffnungselement mit minimierten inneren und äußeren Ansichtsbreiten in die pfostenlose Ganzglaskonstruktion einzubauen. Carolin Roschmann erläutert: „Das Panorama-Design-Fenster von Schüco war mit all seinen Vorteilen, insbesondere der Energieeffizienz, hierfür ideal geeignet.“ Der Blendrahmen wurde durch Roschmann so modifiziert, dass dieser umlaufend „schwimmend“ in die benachbarten Isoliergläser eingefasst werden konnte. Somit erscheinen die Fensterflügel in der transparenten Fassade mit einer filigranen Ansicht und unterstreichen die moderne und zeitgemäße Architektur des Hochhauses. Der Entwurf des neuen Gersthofer Wahrzeichens stammt von Wunderle + Kögl Architekten und entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Fassadenbauer.

www.schueco.de

Keramik

Ziegel für die Fassade

Eine neue Gestaltungsmöglichkeit für Fassaden bietet Tonality mit dem Ziegel „Montano“ an. Durch unterschiedlich ausgeprägte Stege entsteht eine dreidimensionale Oberfläche, deren Licht-und-Schatten-Spiel ein dynamisches Erscheinungsbild entstehen lässt. Gleichzeitig bewirkt die unregelmäßige Oberfläche eine Schallbrechung, die den Lärm besonders in innerstädtischen Gebieten reduzieren soll. Montano ist in verschiedenen Farben erhältlich, außerdem ist er schnell und einfach montiert. Die Elemente werden in die vorinstallierte Unterkonstruktion des Systems eingehängt, wobei die Befestigung unsichtbar erfolgt. Das führt zu einer durchgängigen Optik an der Gebäudehülle. Aufgrund des keramischen Materials aus gebranntem Ton bieten die Ziegel einen lang anhaltenden Witterungsschutz, sind UV-beständig und widerstandsfähig gegen aggressive Stoffe.

www.tonality-facades.de