Dämmung

Schwer entflamm­bar

Rockwool hat für nicht brennbare Steinwolle-Dämmungen sein Angebot von Luftdichtsystemen um die schwer entflammbare Variante „RockTect Firewall System“ ergänzt. Geprüft wurden typische Anwendungen mit den Steinwolle-Dämmstoffen des Herstellers: „Klemmrock 035“ für die Dämmung zwischen den Sparren, „Fillrock RG Plus“ und „Flexirock“ für Holzbauwände sowie „Varirock“ und „Tegarock“ für die oberste Geschossdecke. In diesen Fällen erreicht das Luftdichtsystem die Brandschutzklasse B-s1, d0 (schwer entflammbar). Die Bestandteile des Luftdichtsystems sind die feuchtevariable Dampfbremse „RockTect Varitop Fire“, das Klebeband „RockTect Twin-line Fire“ und der Dichtkleber „RockTect Purekit Fire“.

www.rockwool.de

Dach- und Fassadensanierung

Schauspielhaus in Düsseldorf

Am Gustaf-Gründgens-Platz 1 im Zentrum Düsseldorfs bildet das theatergeschichtlich bedeutende Schauspielhaus zusammen mit dem 1960 gebauten Dreischeibenhaus eines der wichtigsten Ensembles der Nachkriegsarchitektur in Deutschland. Das Schauspielhaus wurde nach den Plänen des Architekten Bernhard Pfau 1965 bis 1969 errichtet und 1998 unter Denkmalschutz gestellt. Der bauliche Zustand entsprach jedoch nicht mehr dem eines modernen Theaters. Zudem haben konstruktive Fehler während der Bauzeit zu gefährdenden Beschädigungen und Mängeln an Fassade und Dach geführt. Ziel der Sanierung durch Ingenhoven Architects in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz war es, die Optik des Schauspielhauses originalgetreu wiederherzustellen. Der Planungsbereich umfasste dabei die Dach- und Fassadensanierung sowie die Sanierung aller publikumsrelevanten Bereiche.

Aufgrund der skulpturalen Form des Schauspielhauses besteht das insgesamt 5.000 Quadratmeter große Dach aus sieben verschieden geformten und durchweg runden Flächen in unterschiedlichen Höhen. Das erforderte von der Dachdeckerei Grote aus Weeze, die die Sanierungsarbeiten ausführte, äußerst präzises Arbeiten: Jede Lage musste exakt angepasst und zugeschnitten werden. Entsprechend den denkmalpflegerischen Anforderungen durften die neuen Aufbauten – der alte Aufbau wurde zuvor entfernt – nicht die ursprüngliche Aufbauhöhe überschreiten. Aus statischen Gründen mussten sie zudem leicht sein und über ein gutes Gefälle verfügen, um Niederschläge sicher abzuleiten.

Der neue Dachaufbau ist komplett von Bauder und folgt dem System: Einer in Bitumen eingelegten Elastomerbitumendampfsperre folgen die „PIR FA TE Wärmedämmelemente“, die „PIR T Gefälledämmung“ sowie eine abschließende zweilagige Bitumenabdichtung. Mit den Gefälledämmplatten bildeten die Dachdecker ein vorgeplantes zweiprozentiges Gefälle nach einem von Bauder erstellten Verlegeplan aus, um die Niederschläge schnell aus der Fläche zu den Tiefpunkten abzuführen. Die Energieeffizienz und die Leichtigkeit der PIR-Wärmedämmplatten ermöglichten die vom Denkmalschutz geforderte niedrige Aufbauhöhe sowie zusätzlich eine rund 70-prozentige Begrünung der Dachfläche. Lediglich das flach geneigte Zeltdach auf dem Bühnenturm konnte aus statischen Gründen nicht begrünt werden.

www.bauder.de

Schöck

Effiziente Tiefgaragendämmung

Zwei Gebäude mit einem Mix aus Wohnungen, Kindertagesstätte und Café bilden die lebendige Mitte des neuen Quartiersplatzes in Radolfzell. An der Schnittstelle von Tiefgarage und Erdgeschoss konnte wegen der geringen Geschosshöhe jedoch keine Dämmung der Untergeschoss-Decke installiert werden. Das neue tragende Wärmedämmelement Schöck Sconnex® knackte diese bautechnische Herausforderung. Dabei erhöht Sconnex® außerdem die Energieeffizienz und reduziert Kosten.

Die Bodenseeregion ist nicht nur bei Touristen beliebt, sondern auch als Lebensmittelpunkt. Der See, die nahen Berge, daneben viel Natur und reizvolle Städte wie Radolfzell, am nordwestlichen Ufer des Untersees gelegen. Hier ist Wohnraum gefragt. So entsteht im Norden der Stadt ein neues Wohnquartier mit dem Quartiersplatz als vitale Mitte. Zwei unterschiedlich große, architektonisch attraktive Gebäudekuben, entworfen vom Konstanzer Architekturbüro Siedlungswerkstatt, bilden den Kern des Platzes.

Die Fassaden der beiden jeweils viergeschossigen Gebäudekuben bringen mit ihrer vertikalen Holzlattung schon optisch eine besondere Note in das Zentrum. In beiden Gebäuden entstehen zusammen 27 sozial geförderte 1- bis 5-Zimmerwohnungen mit hochwertiger Ausstattung wie Parkett, Fußbodenheizung und Holz-Alu-Fenstern. Auch vier Penthousewohnungen mit separatem Zugang zu einer großen Dachterrasse mit Blick auf den Bodensee sind dabei. Die Kindertagesstätte im Erd- sowie ersten Obergeschoss des größeren Gebäudes ist Teil des Konzeptes „Vielfalt, Vitalität, offene Gesellschaft“. Eine Bäckerei mit Café, betrieben von einem beliebten regionalen Traditionsunternehmen, sollen Leben und Begegnung ins Quartier bringen. Die neue Mitte wird zum Kern der Wegeführung durchs neue Wohnviertel, inklusive Bushaltestelle und Sitzgelegenheiten zum Entspannen und sich begegnen.
Die Fertigstellung ist für Anfang 2023 geplant.

Intelligentes Dämmkonzept mit Sconnex®
Eine Tiefgarage verbindet beide Gebäude unterirdisch. Trotz Ausnutzung des maximal zulässigen Rampengefälles ergab sich eine nur geringe lichte Höhe in der Tiefgarage: „Wegen der geringeren Geschosshöhe gab es unterseitig keinen Platz mehr, die Dämmung an der Untergeschoss-Decke zu installieren“, erklärt Tobias Schützmeier, Statiker im Bad Saulgauer Büro Hangleiter Baustatik, das bautechnische Problem.

Zusammen mit Reisch Immobilien, dem Bauherrn und ausführenden Bauunternehmen, fanden die Statiker in dem tragenden Wärmedämmelement Sconnex® Typ W von Schöck die Lösung für diese Herausforderung. Mit dem innovativen Produktprogramm Sconnex® schließt Schöck die letzte große Wärmebrücke am Gebäude. Wände und Stützen lassen sich effizient und dauerhaft dämmen und die Wärmedämmebene erstmals unterbrechungsfrei gestalten. Wärmebrücken werden dadurch bauphysikalisch signifikant minimiert. Der Entfall der sonst üblichen und ästhetisch wenig ansprechenden Flankendämmung verbessert die Optik und eröffnet Gestaltungsfreiräume.

Hinweis: Aktuell besteht für Schöck Sconnex® Typ W noch keine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für Deutschland (DIBt). Eine Anwendung ist nur nach Abklärung mit dem Tragwerksplaner oder einer Zustimmung im Einzelfall über das zuständige Landesbauamt möglich.

Sconnex® erhöht die Energieeffizienz
„Diese Dämmelemente sind ja dafür gemacht, eine Stahlbetonwand von einer Betondecke thermisch zu trennen, entweder am Wandfuß oder am Wandkopf“, sagt Tobias Schützmeier. „In unserem Fall wurde Sconnex® auf der Decke über der Tiefgarage verbaut und bewirkte den Entfall der Unterdecken- und Flankendämmung.“ Stattdessen wurde mittels einer effizienteren und wesentlich kostengünstigeren Aufdeckendämmung eine durchgehende Dämmebene geschaffen. Die Aufdeckendämmung hat eine um 1/3 bessere Dämmleistung. Dadurch kann beim Wechsel eine um 3 bis 4 cm reduzierte Aufdeckendämmung gewählt und ein Gewinn an Raumhöhe erzielt werden.

Sconnex® wurde auf der Decke über der Tiefgarage verbaut – in Feinabstimmung mit den Trennwänden in Form von Beton-Hohlwänden, die auf Wunsch der Baufirma zum Einsatz kamen. Diese wirken sich nicht nur sehr günstig auf den Baufortschritt aus, sie stehen auch für gute Schallschutzwerte.

Wände und Stützen sind für bis zu 40 % der Wärmebrücken verantwortlich. Mit Sconnex® können Wärmebrücken an Stahlbetonwänden und -stützen um bis zu 80 Prozent reduziert und schlanke, attraktive Bauteile in Sichtbeton geschaffen werden. Der Statiker sieht daher die Vorteile von Sconnex® in der Einsparung von konventioneller Wärmedämmung, zudem „werden Lösungen wie Sconnex® durch die regelmäßig strenger werdenden Energieeinsparverordnungen immer wichtiger“.

Bautafel
Bauherr: Reisch Immobilien GmbH & Co. KG, Bad Saulgau
Architekt: siedlungswerkstatt, Konstanz
Planungsbüro: Hangleiter Baustatik, Bad Saulgau
Produkte: Schöck Sconnex® Typ W

www.schoeck.com/de/Sconnex®

Leichtbeton-Mauersteine

Wohnquartier in Remagen

Auf dem früheren Gelände des Verkehrsverlags in Remagen plante das Architekturbüro Bungarten ein modernes Stadtpalais. Auf einer Fläche von etwa 3.500 Quadratmetern entstanden neben Wohnungen auch eine Bäckerei sowie ein Hotel. Die Wohnungen verteilen sich auf zwei Gebäude − eines übereck geführt, das andere erinnert, von oben gesehen, an ein in die Breite gezogenes „T“. Daran schließt das in einem 45-Grad-Winkel angeordnete
City-Hotel Arte an. Alle drei Gebäude bestehen aus zwei- bis drei Geschosse hohen Quadern, denen oben jeweils ein zurückspringendes Dachgeschoss aufgesetzt wurde.

Das Erscheinungsbild der Baukörper gliedern wie mit dem Messer herausgeschnittene kleinere Fassadenrücksprünge, tief zurückliegende Treppenhäuser sowie weit auskragende Balkone. Energetisch gesehen, ist das Verhältnis der Außenfläche zum Gebäudevolumen somit nicht optimal. Um die Energieverluste möglichst gering zu halten, wurden deshalb an die Wärmedämmwerte der Außenwände besonders hohe Anforderungen gestellt. Mit dem „KLB-SK-09“ entschieden sich die Verantwortlichen für die jüngste Generation der Leichtbeton-Mauersteine von KLB Klimaleichtblock. Die Kammern der Planblöcke sind mittig über die gesamte Höhe mit mineralischen Dämmstoffstecklingen gefüllt und erreichen eine Wärmeleitzahl von 0,09 W/(m·K). Mit einem 15 Millimeter starken Gipsputz innen, mit 36,5 Zentimeter dicken Mauersteinen sowie einem 20 Millimeter dickem Kalkzementmörtel außen erreichen die Außenwände einen U-Wert von 0,26 W/m²K. Dies ermöglicht ein durchgängig monolithisch errichtetes Mauerwerk ohne zusätzlich angebrachtes Wärmedämmverbundsystem.

Die aufeinander abgestimmte Systemvielfalt des KLB-Sortiments ermöglichte es zudem, auch die Innenwände konsequent mit Leichtbetonsteinen auszuführen. Je nach schallschutztechnischen Ansprüchen wurden zum Beispiel für die Wohnungstrennwände oder zum Treppenhaus hin Plan-Schalldämmblöcke in den Stärken 17,5 beziehungsweise 24,0 Zentimeter eingesetzt. Beidseitig mit einer Gipsputzauflage versehen, erreichen die Wände hier Direktschalldämm-Maße Rw von bis zu 62,5 Dezibel.

www.klb-klimaleichtblock.de

Fassadenbegrünung

Rankhilfe für WDVS

Mit dem Ranksystem „StoFix Iso-Bar ECO“ bietet Sto eine bauaufsichtlich zugelassene Lösung für Fassadenbegrünungen auf WDV-Systemen an, die sich auch nachträglich montieren lässt. Das Komplettsystem umfasst Ankerstäbe, Gewindebolzen, Unterlegscheiben mit Dichtelement, Adapter zur Seilaufnahme, Edelstahlseile, Seilkreuze und Klettersprossen. Um Wärmebrücken zu minimieren, bestehen die Anker aus glasfaserverstärktem Kunststoff. So sind Ranksystem und Ankergrund weitestgehend thermisch getrennt. Das witterungs- und UV-beständige Montagesystem wird direkt auf der Baustelle abgelängt und bietet durch verschiedene Seilführungen und Rastergeometrien Gestaltungsfreiheit. Je nach statischer Anforderung kann der Einsatz an Fassaden bis 15 Meter Höhe und bei Dämmstoffdicken bis 300 Millimeter erfolgen.

www.sto.de

WDVS

Rollläden in der Dämmebene

Die Joma Dämmstoffwerk GmbH hat ihr Angebot an Kastenlösungen für den Sonnenschutz ergänzt, die sich in Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) integrieren lassen. Dafür kooperierte man mit dem Sonnen- und Insektenschutzanbieter Reflexa. Bereits verfügbar sind Kästen für Jalousien und Roll-Screens. Der Rollladenkasten kann in WDVS ab einer Dämmstärke von 180 Millimetern nahezu wärmebrückenfrei eingebaut werden, wobei die Wärmeleitfähigkeitsstufe WLS 032 erreicht wird. Die Steifigkeit des Elements wird durch zwei spezielle Zuschnitte gewährleistet, die auch eine thermisch getrennte Montage sowie die Zuführung für notwendige Leitungen ermöglichen. Jeder Rollladenkasten wird nach Maß gefertigt, wobei stets die Angleichung an das jeweilige Fensterprofil berücksichtigt wird. Die integrierte Anputzleiste sorgt zudem für einen perfekten Anschluss an den Außenputz.

www.joma.de

WDVS

Putzträgerplatte mit Bossennut

Mit der Putzträgerplatte „Coverrock Deko“ können mit einem Steinwolle-WDVS von Rockwool gedämmte Fassaden jetzt vielfältiger gestaltet werden. Die Platte ist mit werkseitig präzise vorgeschnittenen Nuten ausgestattet, die die Ausführung einer Bossenstruktur deutlich erleichtern. So muss die Bossennut nicht mehr aufwendig auf der Baustelle hergestellt werden. Lieferbar ist Coverrock Deko in Dicken von 80 bis 200 Millimeter mit Bossennuten in drei Querschnitten: Zur Auswahl stehen je eine schmale und eine breite Trapeznut sowie eine Dreiecksnut für eine besonders schmale Bosse. Die einzelne Dämmplatte hat ein Format von 800 mal 625 Millimetern, der Achsabstand zwischen den Bossen liegt entsprechend bei 625 Millimetern. Coverrock-Deko-Dämmplatten werden objektbezogen angefertigt und mit dem WDVS des Herstellers geliefert.

www.rockwool.de

Holzfaser-Dämmung

Spritzwasserschutz

Steico hat sein Holzfaser-Wärmedämmverbundsystem (WDVS) für Holzgebäude um eine Dämmplatte für spritzwassergefährdete Bereiche erweitert: Die „Steicosecure SGB“ (Splash Guard Board) ist vier Zentimeter dick und 30 Zentimeter hoch und ist mit einem Stufenfalz in Federform ausgestattet. Durch diese Nut-und-Feder-Profilierung lässt sich die Dämmplatte optimal an die Putzträgerplatte des Holzfaser-WDVS anschließen. Bei Verwendung im Sockelbereich wird die Steicosecure SGB zuvor auf eine zwei Zentimeter dicke Trägerplatte geklebt, in Fensterlaibungen direkt auf den Untergrund. So muss bei neuralgischen Details nicht mehr improvisiert werden.

www.steico.com

Dämmplatten

Biobasierter ­PU-Dämmstoff

Linzmeier hat eine neue Generation seines PU-Dämmstoffs auf den Markt gebracht. Bei den Dämmelementen „Linitherm Loop“ stammen mehr als 60 Prozent der Rohstoffe für den PU-Dämmkern aus Biomasse. Lebensmittel werden nicht verwendet. Diese biobasierten PU-Rohstoffe werden in der Fertigung mit einem Restanteil an fossilen Rohstoffen gemischt und nach einem zertifizierten Berechnungsmodell in die Produktion des Dämmstoffs eingebracht. Langfristig ist eine weitere Steigerung des Biomasseanteils geplant. Produziert wird der Dämmstoff in einer CO2-neutralen Produktionsstätte bei Linzmeier in Deutschland. Das erste System, das mit den Linitherm-Loop-Platten angeboten wird, ist die Aufsparrendämmung „Linitherm Loop Pal N+F“. Durch den niedrigen -Wert von B = 0,023 W/(mK) erreicht zum Beispiel bereits ein 100 Millimeter starkes Aufsparrenelement einen U-Wert von 0,22 W/(m²K). Die beidseitige Alukaschierung der Dämmelemente ist zudem recycelbar.

www.linzmeier.de/loop

Dämmsystem

Geschäftshaus in München

Seit der Fertigstellung des Geschäftshauses in der Weinstraße in der Münchner Innenstadt polarisiert die Fassade des Neubaus. Von „modern“ bis „rückwärtsgewandt“ variieren die Meinungen der Kritiker. Hild und K Architekten, die für Entwurf und Ausführung der Fassade zuständig waren, orientierten sich an dem im Zweiten Weltkrieg zerstörten Vorgängerbau. Sein Erscheinungsbild prägte eine stark gegliederte Fassade mit barocken Ornamenten, die sich nun vereinfacht an dem Neubau wiederfinden. Das siebengeschossige Gebäude beherbergt die „FC Bayern World“ mit Fanshop, Gastronomie und einem Hotel.

Als Vorlage für die Ornamente diente den Architekten eine historische Zeichnung des Hauses aus dem Jahr 1872. Ausgeführt wurde die Fassade in Sgraffito-Technik – einem aufwendigen Putz-Kratz-Verfahren mit verschiedenfarbigen Putzschichten. In diesem Fall wurden bis zu drei eingefärbte Putzschichten aufgetragen, zusätzlich mit einer computergestützten Folientechnik gearbeitet und abschließend gekratzt. Was den roten Farbton betrifft, betonen die Architekten, dass er, anders als manchmal gemutmaßt, nicht mit Blick auf die Vereinsfarben des Mieters gewählt wurde. Kalkgrau, Rußschwarz und eben Ziegelrot seien vielmehr die klassischen Sgraffito-Farben, die aus den beigemischten Zuschlagstoffen des Putzmörtels herrühren.

Als Untergrund für die Sgraffito-Fassade wurde das Dämmsystem „Poroton-WDF“ von Schlagmann gewählt. Dabei handelt es sich um eine Ziegelwand, gefüllt mit dem natürlichen Dämmstoff Perlit. Sie wird frei stehend vor die Wand gemauert – hier 18 Zentimeter dick vor eine Stahlbeton-Konstruktion. „Die Ziegeldämmung ist ein dauerhafter und vergleichsweise neutraler Untergrund, der sehr vielfältig weiterbearbeitet werden kann. Damit bot das Material ideale Voraussetzungen für die gewünschte Sgraffito-Gestaltung“, begründet Joachim Leppert von Hetfleisch + Leppert Architekten die Entscheidung. Das Münchner Büro war mit der Gebäudeplanung des Geschäftshauses beauftragt.

Obwohl die Poroton-WDF ursprünglich zur energetischen Sanierung von Bestandsfassaden und zur Innendämmung entwickelt wurde, wird sie zunehmend für Neubauten aus Beton eingesetzt. Beide Baustoffe sind mineralischer Natur und ergänzen sich so optimal. Aufgrund ihrer brandschutztechnischen Einstufung in die Baustoffklasse A2 – s1,d0 sind auch keine
Brandriegel erforderlich, wodurch die Fassade einen durchgehend homogenen Charakter erhält. Zertifikate wie der Blaue Engel sowie Prüfungen durch den TÜV Nord, natureplus sowie das eco-Institut bestätigen die Qualitäten hinsichtlich Nachhaltigkeit, Klimaneutralität und gesundem Raumklima.

www.schlagmann.de

Kalksandstein

Humboldt Forum Berlin

Kaum ein anderer Neubau wurde in Berlin stärker diskutiert als der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses. Nach achtjähriger Bauzeit zuzüglich coronabedingter Verzögerung ist nun seit Juli das „neue alte“ Schloss als Humboldt Forum für das Publikum geöffnet. Unter seinem Dach sind verschiedene Institutionen aus Kultur und Wissenschaft vereint. Ergänzt um Restaurants, Cafés, Buchläden und Shops, soll es die Museumsinsel bereichern.

Nach originalem Vorbild rekonstruiert wurden die drei Barockfassaden, der Schlüterhof, drei Innenportale sowie die Kuppel. Das Tragwerk des Gebäudes ist eine Stahlbetonkonstruktion. Um das Innere des Neubaus für den Kultur- und Museumsbetrieb nutzen zu können, wurde auf eine Rekonstruktion der ehemaligen Raumanordnung verzichtet. Die modernen und variablen Raumkonzepte ermöglichen es jedoch, die wichtigsten historischen Suiten gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt nachzubilden. Für den Innenausbau wurden für die Wände zur Trennung in Brandabschnitte Kalksandsteine von Unika eingesetzt. Entscheidend für die Wahl war vor allem ihre hohe Tragfähigkeit. Alle tragenden und nicht tragenden Wände ließen sich dadurch besonders schlank ausführen. Abstriche beim Schallschutz musste man deshalb nicht machen. Mit Rohdichteklassen von 1,8 bis 2,2 erreichen Kalksandsteinwände besonders gute Dämmwerte. Verwendet wurden überwiegend die kleinformatigen Steine „KSL 12 4DF“, da sie sich an die verschiedenen Einbauorte in dem weitläufigen Komplex gut transportieren und schnell aufmauern ließen.

www.unika-kalksandstein.de