Wärmebrücken

Dämmelement für die Attika

Die neue Attikadämmung der ­Joma Dämmstoffwerk GmbH ermöglicht einen perfekten Übergang von der Fassade zum Flachdach und reduziert geometrische Wärmebrücken auf ein Minimum. Es handelt sich dabei um ein werkseitig vorgefertigtes Komplettsystem, das auch an objektspezifische Anforderungen angepasst werden kann. Vor Ort wird das Element nur noch verklebt und verschraubt. So kann derselbe Handwerker, der zum Beispiel das Flachdach herstellt, die Montage erledigen. Die ­Attikadämmung besteht aus „Airpor“ (WLS 032), einem EPS-Dämmstoff, der wasserabweisend, alterungsbeständig und maßstabil ist und als vollständig recyclingfähig bezeichnet wird. Erhältlich sind ein 25 Zentimeter hohes Grund- und drei Aufstockelemente mit 125, 180 oder 250 Millimetern Höhe. Die Außenseite ist verputzbar. An der schrägen Oberseite sowie an der Innenseite befindet sich eine P7-Spanplatte (Feuchtebereich/tragend hoch belastbar), die einen schraubbaren Untergrund für die Abdeckung und Abdichtung ­bietet.

Fassade

Bürogebäude in Brüssel

Das Ende 2022 fertiggestellte und vom Architekturbüro ArtBuild Architects geplante Bürogebäude Belnine in bester Brüsseler Innenstadtlage fällt durch seine Fassade auf. Die geschwungenen Lamellen erzeugen kontrastreiche Tiefen und Höhen in der Außenansicht. Bei genauerer Betrachtung werden die schmalen Ansichtsbreiten und die dünne Verglasung erkennbar. Die hier eingesetzte Hybridverglasung mit dem „Fineo“-Vakuumglas, das in Fassadensysteme von Schüco eingesetzt wurde, ist eine technische Innovation. Es ermöglicht einen reduzierten Materialaufwand bei gleichzeitig besten Dämmwerten.

Das Vakuumglas besteht aus zwei Glasscheiben, die lediglich durch einen 0,1 Millimeter dünnen Vakuum-Scheibenzwischenraum getrennt werden. So lassen sich, abhängig vom Glasflächenmaß und von den klimatischen Bedingungen, minimale Gesamtglasdicken ab sechs Millimeter realisieren. Im Vergleich zu herkömmlichem Dreifach-Isolierglas ist das Fineo-Glas zudem um rund ein Drittel leichter und benötigt keine Evakuierungsöffnung, was der Ästhetik und einer langen Lebensdauer zugutekommt. Im Belnine wurde für noch niedrigere U-Werte auf eine Hybridverglasung aus Vakuumisolierglas, einem Spacer mit Gas (Spalt mit Glas) und einem Standard-Floatglas gesetzt. Für besonders schmale Ansichtsbreiten sorgen die Schüco-Systeme „USC 65“ und „FWS“, die objektbezogen angepasst wurden. Der U-Wert der Fassade beträgt 0,4 W/(m2K), mit einer herkömmlichen Dreifachverglasung wäre maximal ein U-Wert von 0,6 W/(m2K) erreicht worden. Zusätzlich wurde das Vakuumglas für den Sonnenschutz mit einer Low-E-Beschichtung von Energy Solar ausgestattet, sodass ein g-Wert von 0,42 entsteht. Die Lamellen tragen außerdem dazu bei, die solare Aufheizung noch weiter zu begrenzen und die CO2-Bilanz des Gebäudes zu verbessern. Das trifft auch für den Materialverbrauch zu. Pro Element konnten 75 Kilogramm an Gewicht eingespart werden, das sind also 75 Kilogramm weniger verbrauchte Ressourcen pro Element und damit weniger CO2-Verbrauch in der Produktion. Info: schueco.com

Lastverteilung

Belastbare Flachdach-Dämmung

Rockwool hat sein Sortiment an Flachdachdämmungen um das Produkt „Solarrock“ erweitert. Die Dämmplatte besitzt eine widerstandsfähige Zementbeschichtung, die der Lastverteilung dient und sowohl punkt- als auch linienförmige Lasten abträgt. Entwickelt wurde Solarrock für höher belastete Flachdächer, wobei laut Hersteller auch langfristig nahezu keine Verformungen auftreten sollen zum Beispiel unter den Tragkonstruktionen einer PV-Anlage. Weiterhin bietet sich eine Verwendung als Nutzschicht für leicht begrünte Flachdächer oder als Untergrund unter Terrassenbelägen an. Solarrock verfügt über eine Druckspannung ≥ 80 kPa, eine Zugfestigkeit (Abreißfestigkeit) ≥ 15 kPa, eine Punktlast von ≥ 1800 N und die maximal zulässige Flächenpressung durch Dauerlasten beträgt 600 kg/m². Die Platte wird in Dicken von 60, 80 und 100 Millimetern angeboten und ist zur Erreichung des geforderten Wärme- und Brandschutzes mit den anderen Flachdachdämmungen des Herstellers kombinierbar. Info: rockwool.com

heroal

Sonnenschutz heroal VS Z Ecklösung und Hebe-Schiebetür heroal S 77 SL

Sommerlicher Wärmeschutz für Ganzglasecken

Große Glasflächen, die viel Tageslicht ins Gebäudeinnere einfallen lassen, sind ein architektonischer Trend im Wohn- und Objektbau. Zugleich steigen die planerischen Anforderungen an energieeffiziente, nachhaltige Lebensräume. Eine effektive und bis ins Detail durchdachte Lösung für maximale Transparenz, bei der gleichzeitig für Wärmedämmung und sommerlichen Wärmeschutz gesorgt ist, stellt die Kombination aus dem Hebe-Schiebetürsystem heroal S 77 SL mit Ganzglasecke und der heroal VS Z Ecklösung als außenliegendem Sonnenschutz dar.

Mit der wachsenden Nachfrage nach Transparenz und Tageslicht durch große Glasflächen in Wohn- und Geschäftsgebäuden steigt auch der Wunsch nach effektiven Beschattungslösungen. Mit der heroal VS Z Ecklösung bietet heroal ein Zip-Screen-System für Eckbereiche (z. B. Ganzglasecken) an, das den erforderlichen Blend-, Sicht- und Hitzeschutz ermöglicht.
Die heroal VS Z Ecklösung besteht aus zwei Textilscreens mit Zip-Führung an den Seiten und einer filigranen Edelstahl-Seilführung im Eckbereich. Damit lässt sich ein sommerlicher Wärmeschutz von bis zu 18 Quadratmetern Fläche (9 Quadratmeter pro Textilscreen) realisieren. Besonders raffiniert: Der Behang wird mit separaten Endleisten geführt, die beide in nur einer Seilführung verlaufen. So lassen sich die Screens gemeinsam oder separat voneinander steuern und können variabel an den Stand der Sonne angepasst werden. Auch eine smarte Steuerung ist auf Wunsch möglich.

Neben den funktionalen Vorteilen punktet die heroal VS Z Ecklösung auch unter ästhetischen Gesichtspunkten. Bei der Auswahl des Textilscreens verschiedene Textilien zur Verfügung – von nahezu transparent für Tageslicht im Gebäudeinneren und freien Blick nach draußen bis blickdicht für eine fast vollständige Verdunkelung. Für eine filigrane Verbindung der Textilscreens im Eckbereich sorgt die Seilführung aus Edelstahl. Unterstützt wird das hochwertige Design zudem durch die seitliche Behangführung in Führungsschienen mit einer besonders schmalen Ansicht von nur 25 Millimetern. Auf Wunsch können die Führungsschienen vollständig eingeputzt werden. Die Beschichtung der stranggepressten Bauteile mit der hochwetterresistenten heroal hwr-Pulverbeschichtung schafft zusätzlichen Gestaltungsspielraum.

Hochwärmegedämmtes Hebe-Schiebetürsystem mit höchster Transparenz
Das Hebe-Schiebetürsystem heroal S 77 SL eröffnet neue, großflächige Dimensionen und garantiert mit seiner einzigartigen, innovativen Rahmenkonstruktion maximale Transparenz. Das System vereint einen beweglichen Monorail-Flügel mit einer festen Rahmenverglasung bei minimalen Ansichtsbreiten. Diese rahmenlose, großflächige Verglasung mit klarer Linienführung ist ein nahezu unsichtbares Bindeglied zwischen innen und außen. Dank der filigranen und modularen Konstruktionsdetails eignet sich heroal S 77 SL uneingeschränkt sowohl für den Neubau als auch für Renovierungsvorhaben. Eingesetzt als 90-Grad-Ecklösung mit Ganzglasecke aus Isolierglas oder als Flügelecke zum Öffnen ohne Stütze im Eckbereich schafft das Hebe-Schiebetürsystem heroal S 77 SL als architektonisches Gestaltungselement ein einzigartiges Raumgefühl. Spezielle und bewährte heroal Flügelgeometrien erfüllen dabei höchste Anforderungen an Wärmedämmung bei allen Flügelgrößen und -gewichten. Zusätzlich sorgen die heroal Dichtungstechnologie mit vier Dichtebenen und der Einsatz von EPDM-Dichtecken zur Flügel- und Mittelstoßabdichtung für optimale Leistungseigenschaften im Hinblick auf Luftdurchlässigkeit und Schlagregendichtheit.
Dazu lässt sich heroal S 77 SL bequem und nahezu geräuschlos über einen motorischen Antrieb bedienen. Das vollständig in die Profile integrierte Antriebssystem heroal SF Drive ermöglicht eine komfortable Bedienung per Knopfdruck, Funkfernbedienung oder Smartphone-App. Für uneingeschränkte Mobilität ist heroal S 77 SL als schwellenlose Variante mit Nullbarriere erhältlich. Das kompatible Drainagesystem heroal DS leitet anfallendes Oberflächenwasser dabei rückstaufrei ab.
Für höchste architektonische Freiheit ist auch dieses Hebe-Schiebetürsystem mit der besonders hochwertigen heroal hwr-Pulverbeschichtung beschichtet.

Cradle to Cradle Certified®
Als international anerkannten Nachweis für ihre Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit sind heroal Fenster-, Tür- und Fassadensystem Cradle to Cradle Certified®. Die Zertifizierung bescheinigt, dass die Systemlösungen aus umweltsicheren, gesunden und wiederverwertbaren Materialien gefertigt sind und dass bei ihrer Herstellung ein ganzheitlich nachhaltiger Ansatz verfolgt wird. In Kombination mit den herausragenden Leistungseigenschaften werden Green-Building-Standards wie LEED oder WELL erreicht. So entstehen Lösungen für energieeffiziente und nachhaltige Lebensräume, die größte architektonische Freiheit ermöglichen und technisch ausgereift sind bis ins Detail.

 

 

 

 

 

Fassadensanierung

Vom WDVS zur VHF

Das „Sanierungskit VHF“ von Rockwool und Schöck ermöglicht es, bei der energetischen Modernisierung ein altes WDVS auf der Fassade zu erhalten. Dafür wird zunächst der nahezu wärmebrückenfreie Fassadenanker der Firma Schöck mittels Klebeverankerung im tragenden Mauerwerk befestigt, wozu die bestehende Dämmung einfach durchbohrt wird. Daran schließt sich die neue Dämmung der Fassade mit „Fixrock“-Steinwolle-Platten von Rockwool an, die einfach über die Fassadenanker geschoben und mit fünf Dämmstoffhaltern pro Quadratmeter befestigt werden. Um Fenster- und Türöffnungen herum wird die alte Dämmung durch den neuen „Fixrock Protect Brandriegel“ ersetzt. Das „Sanierungskit VHF“ ist vom DIBt mit einer allgemeinen Bauartgenehmigung (aBG, Z-10.3-909) für alle Gebäude bis einschließlich Gebäudeklasse 5 bei Einsatz einer nicht brennbaren Bekleidung zugelassen. Die Bekleidung erfolgt in Form einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade, zum Beispiel mit den nicht brennbaren Fassadentafeln „Rockpanel“ des Herstellers.

rockwool.de

Dämmung

Gästehaus B-Wohnen in Münster

Das Gästehaus B-Wohnen ist Quartier für Seminarteilnehmer an der Brillux-Akademie und bietet neben Schlafräumen zahlreiche Gemeinschaftsbereiche. Geplant wurde das Projekt von Vervoorts & Schindler Architekten aus Bochum. Eine ihrer Hauptaufgaben bestand darin, den etwa 110 Meter langen Gebäuderiegel leichtgängig in ein enges Baufeld zwischen dem angrenzenden Wohngebiet und dem Brillux-Werksgelände zu integrieren. Die Gästezimmer sollten zudem zur Seite der viel befahrenen Hauptstraße zwischen Werksgelände und Wohnhaus durch die Gebäudehülle geschützt sein. Um trotzdem alle Bereiche mit natürlichem Licht versorgen zu können, planten die Architekten drei miteinander verbundene Atriumhäuser. Sie bilden zur Straße eine geschlossene Fassade, die sich auf der Rückseite durch Innenhöfe öffnet. Der Wechsel von opaken Bauteilen mit zurückspringenden Glasfronten und mit Metall eingerahmten Fensterflächen macht dabei von der Straßenseite her die Struktur der Atriumhäuser sichtbar. Das gewünschte aufgelockerte Erscheinungsbild wird zudem durch die Wahl der Klinkeroptik des WDV-Systems „MW Ecotop“ von Brillux unterstützt. Die sandsteinfarbenen Riemchen sollen zwischen der weiß verputzten Firmenzentrale und dem angrenzenden Wohngebiet in roten Münsterländer Klinkern vermitteln. Das WDVS in Klinkeroptik, die Metallverblendungen sowie die Glasflächen erzeugen zwar spannende Kontraste. Die verschiedenen Materialien, die hier aufeinandertreffen, erforderten jedoch eine Planung bis ins Detail. Zur Vermeidung von Wärmebrücken waren hierbei präzise gedämmte Übergänge essenziell. Sie wurden mit speziellen Anschlussprofilen und Dämmplatten an den Verbindungsstellen aus dem Brillux-Sortiment ausgeführt.

brillux.de

Sanierung

Sparren-Aufdopplung

Die B+M Holzwelt GmbH aus Appenweier in Baden-Württemberg bietet unter der Marke „DämmRaum“ Produkte für die energetische Gebäudesanierung an. Es handelt sich dabei um Expander, die in Form einer Sparrenaufdopplung den Einbau zeitgemäßer Dämmstoffstärken ermöglichen. Mit Expanderbreiten von bis zu 30 Zentimetern lassen sich sogar hohe Dämmdicken bis hin zum Passivhaus-Standard realisieren. Die Sparrenexpander sind in OSB-Streifen eingenutete und verleimte T-förmige Elemente aus Kiefersperrholzstegen. Diese Ausführung erlaubt zugleich auch eine Ausrichtung der Sparren sowie den Ausgleich von Unebenheiten unabhängig von deren Beschaffenheit. Nach außen abgeschlossen wird die Konstruktion mit herkömmlichen im Trockenbau verwendeten Materialien. Im Vergleich zu den dafür üblicherweise verwendeten Kanthölzern sind die Expander viel leichter und einfacher zu montieren. Die schlanken Holzquerschnitte führen zudem zu einer deutlichen Reduzierung der Wärmebrücken.

daemmraum.de

Befestigung

VHF-Lösung für WDVS-Sanierung

Müssen WDVS-gedämmte Fassaden aufgrund energetischer Defizite erneut gedämmt werden, bietet sich eine Sanierung mit einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF) an. Für die Gebäudeklassen 1 bis 5 erhielt die VHF-Lösung jetzt die Bauartgenehmigung des DIBt (Z-10.3-909). Die Bauart umfasst die wärmebrückenfreie Fassadenbefestigung „Isolink“ von Schöck sowie die Dämmung aus Steinwolle und konstruktive Brandschutzmaßnahmen der Deutschen Rockwool. Der Schlüssel zur wärmebrückenfreien Befestigung liegt in der Verwendung des Glasfaserverbundwerkstoffs „Combar“ für den Isolink. Durch die äußerst geringe Wärmeleitfähigkeit des Materials sind die punktuellen Wärmeverluste so gering, dass sie nach DIN 6946 bei der Ermittlung des U-Wertes der Außenwand vernachlässigt werden können. Schöck ist zudem eigenen Angaben zufolge bislang der einzige Hersteller, der über eine EPD (Institut Bauen und Umwelt) für Fassadenbefestigung und Bewehrung aus Glasfaserverbundwerkstoff verfügt.

schoeck.com

Wärmedämmung

Optimierter Balkonanschluss

Pohlcon hat mit „Isopro 120“ der Marke „H-Bau Technik“ eine neue Generation tragender Wärmedämmelemente für die thermische Trennung von Innen- und Außenbauteilen vorgestellt. Im Vergleich zum Vorgängermodell „Isomaxx“ ist die Montage jetzt leichter und effizienter. Durch die im Drucklager verankerten Querkraftstäbe kann das Element einfach von oben in die Position zwischen Außenbauteil und Geschossdecke eingesetzt werden. Laut Hersteller ist es mit der neuen Serie darüber hinaus durch optimierte Materialien und Querschnitte gelungen, bei vergleichbarer Tragfähigkeit eine höhere Wärmedämmung zu erreichen. Um auf unterschiedliche Anwendungsfälle reagieren zu können, umfasst die Serie viele verschiedene Typen und Ausführungen: zum Beispiel für über Eck gehende Balkone oder Attiken und Brüstungen. Zur richtigen Bemessung der Balkonanschlüsse stellt Pohlcon zudem die kostenfreie Planungssoftware „Isodesign“ zur Verfügung.

pohlcon.com

Fassade

Einfamilienhaus in Rheine

In einem Wohngebiet in Rheine im nördlichen Münsterland gleicht kein Haus dem anderen. Dieser bunten Mischung unterschiedlichster Fassaden wollte Mhamad Azam beim Bau seines Einfamilienhauses eine Optik entgegensetzen, die sich vom Umfeld abhebt. Um den gewünschten Aktivhaus-Standard zu erreichen, war die Dämmung mit einem Wärmedämmverbund-System gesetzt. Gewählt wurde das WDVS „EPS Prime“ von Brillux, das trotz der hier erforderlichen Dämmstoffstärke von 28 Zentimetern eine besondere Variabilität bei den Schlussbeschichtungen bietet. Die Möglichkeiten, die der technische Fachberater von Brillux, Marcel Färber, dem Bauherrn präsentierte, reichten von der Besenstrichoptik bis hin zur glitzernden Putzfassade mit eingeblasenem Spiegelbruch. Mhamad Azam entschied sich für die Sichtbetonoptik. Um Sichtbeton originalgetreu zu imitieren und die Fassaden optisch zu unterbrechen, hatte er im Vorfeld in einem Betonwerk die maximale Größe eines Sichtbetonfertigteils ermittelt. Dementsprechend wurde jede Fassadenseite in gleich große Felder eingeteilt, die der Fertigteiloptik entsprachen. Ausgeführt wurden die Arbeiten von der Arton Krasniqi Malermeister GmbH. Nach der Montage des WDVS führte der Fachbetrieb für Fassadenarbeiten diese spezielle Putztechnik allein mit dem Mineral-Leichtputz „G 3679“ sowie einem Lasurauftrag mit verdünntem „Extrasil 1911“ von Brillux aus. Um die Felder voneinander abzugrenzen, klebten die Verarbeiter die vorgegebenen Grenzen zwischen Grund- und Schlussspachtelung ab, um den Streifen dann aus der noch feuchten Schlussspachtelung herauszulösen.

brillux.de

Bodenplatte

Wohnhaus über U-Bahn-Tunnel in Nürnberg

In der Webersgasse in Nürnberg errichtet das Evangelische Siedlungswerk ESW aktuell 50 öffentlich geförderte Seniorenwohnungen. Das Grundstück befindet sich über einem U-Bahn-Tunnel, dessen Überbauung keine alltägliche Planungsaufgabe ist. Da Bauplätze in zentralen städtischen Lagen Mangelware sind und der Bauherr bezahlbare Wohnungen schaffen wollte, entschied das EWS, sich dieser besonderen Herausforderung zu stellen.

Entworfen hat das Gebäude das Münchner Büro dreisterneplus Architektur + Stadtplanung, die weitere Planung übernahm die Bauabteilung des ESW selbst. Der achtgeschossige Baukörper wird frei auf dem Grundstück stehen. Da die U-Bahn-Röhre die Lasten nicht tragen kann, erfolgte die Gründung mit Bohrpfählen rechts und links entlang der U-Bahn-Trasse. Auf den Bohrpfählen wiederum liegen sogenannte Pfahlkopfbalken, die die Last des Gebäudes aufnehmen und über die Bohrpfähle in den Baugrund einleiten. Damit auch über den Tunnelfirst keine Lasten abgetragen werden, wurde dieser Bereich mit einer Bodenplatte aus vorgespanntem Stahlbeton überbrückt. Solange die Bodenplatte Kontakt zum umgebenden Boden hat, birgt diese Lösung jedoch ein Problem: Die Erschütterungen durch die U-Bahn werden direkt in das Gebäude eingeleitet und umgekehrt erfolgt eine unerwünschte flächige Lasteinleitung des Gebäudes in den Baugrund. Abhilfe konnte nur geschaffen werden, indem die Bodenplatte und deren Dämmung mit XPS-TOP-30-Dämmstoffplatten von Austrotherm frei schwingend über dem U-BahnTunnel ausgeführt wird. Um den dafür erforderlichen Hohlraum zwischen Bodenplatte und Erdreich (etwa zehn Zentimeter) zu erzeugen, wurden Egcovoid-Platten als verlorene Schalung eingesetzt. Dabei handelt es sich um spezielle Papierwabenplatten, die zu einem definierten Zeitpunkt kontrolliert bewässert werden. Die Platten zersetzen sich dann und es bleibt der Hohlraum zurück. Dabei müssen die eingesetzten Dämmplatten der Bewässerung sowie der frei hängenden Ausführung dauerhaft standhalten, was die form- und druckstabilen XPS-Dämmplatten gewährleisten. Damit sie nach der Freispülung der Wabenplatten sicher an der Unterseite der Bodenplatte verbleiben, kamen spezielle Kunststoffdübel (umgangssprachlich „Tannenbäume“) zum Einsatz. Sie wurden in die 80 Millimeter starken Dämmstoffplatten getrieben und ihre Spitzen anschließend einbetoniert.

austrotherm.de