Weiterentwicklung

Weißzement noch weißer

Der zum irischen Konzern CRH gehörende Zementhersteller Danucem hat sein Sortiment an Weißzementen von zwei auf elf Sorten erweitert. Dadurch lassen sich die Ansprüche von Planern an Architekturbeton differenzierter verwirklichen. So besitzen die neuen Weißzemente einen besonders hohen Weißgrad, der dem Beton eine leicht bläuliche Schattierung für elegante Oberflächen verleiht. Außerdem sind mithilfe der Zemente scharfkantige, fehlerfreie Ecken sowie äußerst dünne Elemente realisierbar. Im Falle einer Pigmentierung werden die Farbergebnisse brillanter. Je nach Bedarf härten die Betone auch schneller oder langsamer aus und sind resistenter gegen chemische Einflüsse und robuster gegen mechanische Angriffe. Bisher heißen die Weißzemente „CRH-White“. Ihr neuer Name „Rohožník-White“ dokumentiert den Ort der Herstellung in der Slowakei. Eigenen Angaben zufolge betreibt CRH heute mit die modernsten und umweltfreundlichsten Produktionsanlagen in ganz Europa.

www.danucem.com

Beton

Flache Entwässerungsrinnen

Richard Brink hat die Betonrinnen vom Typ „Fortis“ um nur 80 Millimeter hohe Rinnen erweitert. Es sind die flachsten ihrer Art im Sortiment des Herstellers. Sie sind 155 Millimeter (DN 100) breit und mit Stahlzargen zur Aufnahme von Gussrosten ausgestattet. Die Rinnen entsprechen der Belastungsklasse C 250 und halten somit Belastungen bis zu 25 Tonnen stand. Ergänzend ist ein Sinkkasten mit einem 80 Millimeter hohen Rinnenanschluss und einem seitlichen DN-100-Ablaufstutzen verfügbar. Ist kein Sinkkasten erforderlich, können Betonrinnen mit senkrecht abgehenden Ablaufstutzen verwendet werden. Das Angebot passender Gussroste wurde ebenfalls ausgebaut. So ist der Rost des Typs „Prisma“ nun auch in der Beanspruchungsklasse B 125 erhältlich und durch die leichtere Konstruktionsweise zudem kostengünstiger. Das einheitliche Design für verschiedene Belastungen ermöglicht die homogene Abdeckung sämtlicher Betonrinnen.

www.richard-brink.de

Neubau und Sanierung

Stahl-Beton-Verbund-Lösung

Eine historische Kappendecke, verrostete, nicht mehr tragfähige Stahlträger, dazwischen alter Beton oder Steine: Solche Herausforderungen innerhalb eines Sanierungsprojekts führten bis dato meist zum Abriss und Neuaufbau der Kappendecke. Mit der Stahl-Beton-Verbundkonstruktion „Stabeko“ gibt es jetzt eine Alternative. Entwickelt wurde sie von der auf Holz-Beton-Verbundsysteme (HBV) spezialisierten Elascon GmbH, die ihr Know-how für eine Lösung bei Stahl-Beton-Decken nutzte. Wo beim HBV die Holzbalken über Schubverbinder mit der neuen Betonschicht verbunden werden, nehmen beim Stahl-Beton-Verbund die Stahlträger die Schubverbinder auf und koppeln sie mit der neuen, bewehrten Betonschicht. Der alte Beton fungiert hierbei als verlorene Schalung. Als Schubverbinder dienen beim System Stabeko die eigens dafür konzipierten Kopfbolzen „TFuse“ und „VFuse“. Sie werden auf der Baustelle mit einem leicht zu handhabenden Setzgerät einfach in die Stahlträger „geschossen“ und so fixiert. Im Anschluss muss nur noch die Bewehrung verlegt und die Betonschicht aufgebracht werden. Somit sind die Stahlträger mit den Kopfbolzen und der neu aufgebrachten Betonschicht optimal miteinander verbunden.

Die Konstruktion zeichnet sich aufgrund der nur wenige Zentimeter dünnen Betonschicht durch ein vergleichsweise geringes Gewicht und eine niedrige Aufbauhöhe bei gleichzeitig hoher Tragfähigkeit, Biegesteifigkeit und Feuerbeständigkeit aus. Gegenüber der Abrissvariante ist diese Lösung deutlich kostengünstiger. Das Stabeko-System eignet sich ebenso für Stahl-Beton-Verbund-Decken in Neubauten, wo Stahl verwendet wird. Zum Beispiel lassen sich Decken in Hallen üblicherweise nur realisieren, indem die Bolzen an die Stahlunterkonstruktion angeschweißt werden. Das erfordert einen Verarbeiter, der über eine Schweißlizenz sowie über eine entsprechende Genehmigung des Elektrizitätswerkes verfügt. Auch dauern die Arbeiten deutlich länger. Werden die Bolzen dagegen lediglich „aufgeschossen“, kann die Herstellung der Decken mit geringerem Aufwand und schneller erfolgen. Das Stabeko-System eignet sich für alle auf dem Markt erhältlichen Verbundbleche und Trapezprofile. Alle relevanten Bemessungsanforderungen entsprechend Eurocode 4 der Stahl-Beton-Verbundlösung sind in einem Bemessungsprogramm als Download hinterlegt.

www.stabeko.de

Abklebesystem

Fugendichtung für Beton

Sika hat sein Abklebesystem „Tricoflex“ zur Fugen- und Rissabdichtung von Betonbauwerken weiterentwickelt. Der Klebstoff des neuen Systems „Sikadur-Combiflex TF“ besitzt eine deutlich bessere Viskosität und ist optimal auf die Dichtstreifen und Fugenbänder abgestimmt. So wird ein höherer Verarbeitungskomfort bei gleichzeitig geringerem Materialverbrauch erzielt. Alle erforderlichen Funktionsprüfungen für die allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisse für Arbeits-, Sollriss- und Dehnfugen liegen vor. Sikadur-Combiflex TF kann vor oder nach der Betonage, in und unter Bodenplatten sowie an Decken und Wänden des gesamten Gebäudes eingesetzt werden. Die Vielseitigkeit der Dichtstreifen und Fugenbänder ermöglicht die Abdichtung nahezu aller Fugen und Geometrien – auch an Materialübergängen wie zu Metall oder Kunststoff ist der Einsatz möglich. Somit eignet sich das System für Neubauten, den Anschluss an Bestandsgebäude und die Sanierung von Bauwerken.

www.sika.de

Sichtbeton

Schallschutz im Treppenhaus

Mit der neuen „Tronsole Typ P“ von Schöck lassen sich filigrane Fertigteilpodeste aus Sichtbeton einfach in das Treppenhaus einheben. Das vom DIBt zugelassene Trittschalldämmelement erfüllt die höchste Schallschutzstufe III nach VDI 4100. Es zeichnet sich durch seine geringe Einbauhöhe sowie eine hohe Tragfähigkeit bis 65 kN aus. Das eröffnet Spielräume für architektonische Besonderheiten, wie beispielsweise Podeste mit einer Höhe von lediglich 18 Zentimetern, umlaufende Luftfugen oder effektvolle Inszenierungen durch integrierte Lichtbänder. Nach dem Einheben des vorgefertigten Podestes in das Treppenhaus werden das Tragelement und das Wandelement einfach zusammengesteckt und seitlich durch entsprechende Aus­sparungen in der Wand in die im Podest befindliche Hülse eingefahren. Durch die akustische Entkopplung müssen weder ein schwimmender Estrich verlegt noch Trocknungszeiten berücksichtigt werden. Das Podest ist ­sofort begehbar.

www.schoeck.com

Innenausbau

Ultradünne Beton­platten

Die Efecto-Betonschreiner bieten für den Innenausbau individuelle Sichtbetonlösungen aller Couleur. Sie verwenden dafür vorgefertigte Platten, die gegenüber Ortbeton aufgrund der industriellen Herstellung eine gleichbleibende Qualität in Sichtbetonklasse 3 aufweisen. Durch den Zuschlag von Pigmenten sind verschiedene Farbnuancen von Weiß bis Schwarz möglich. Zusätzlich werden unterschiedliche Oberflächen von seidig-glatt über sandgestrahlt bis rau-rustikal angeboten. Die Platten werden, ähnlich wie Holzpaneele, auf Maß geschnitten, geschliffen, verklebt und sichtbar oder unsichtbar zusammengefügt. Bei statischer Belastung, zum Beispiel für den Möbel- und Innenausbau, kommen 13 Millimeter schlanke Betonplatten mit Glasfaserbewehrung zur Anwendung. Für vollflächig auf dem Untergrund verklebte Wandbekleidungen werden zehn Millimeter dünne Paneele ohne Bewehrung eingesetzt.

www.efecto.de

Dämmung

Wärmebrücken-Killer

Die neue Produktfamilie „Sconnex“ von Schöck reduziert durch ihren hohen Dämmeffekt die konstruktiven Wärmebrücken an Stahlbetonwänden und -stützen sowie Mauerwerk auf ein Minimum. Damit lässt sich laut Hersteller erstmals eine durchgehende Wärmedämmebene um das Gebäude planen. Der „Typ W“ für Stahlbetonwände wird auf Geschossdecken beziehungsweise Bodenplatten am Wandfuß oder unterhalb von Geschossdecken am Wandkopf eingesetzt. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Drucklager aus ultrahochfestem Faserbeton, das sehr hohe Kräfte auf kleinster Fläche aufnehmen kann. Auf diese Weise wird die konstruktive Wärmebrücke extrem effektiv gedämmt und die daraus resultierende Erhöhung der Oberflächentemperatur der Wand ermöglicht eine tauwasser- und schimmelpilzfreie Lösung. Dadurch kann zudem die sonst notwendige und unattraktive Flankendämmung an den Wänden komplett entfallen. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert der „Typ P“ für Stahlbetonstützen. Auch hier wird durch die niedrigen Wärmeleitfähigkeiten der Produktkomponenten der Wärmestrom durch die Stahlbetonstütze erheblich reduziert und die Flankendämmung kann eingespart werden. Das ermöglicht zugleich auch eine Ausführung der Stützen in Sichtbetonoptik. Eine Zulassungserteilung vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) wird im zweiten Quartal 2021 erwartet. Die Typen W und P sind vom Passivhaus Institut als Passivhaus-Komponente zertifiziert; der Typ P ist bislang die einzige ­Lösung für Stützenanschlüsse.

Der bisher als „Novomur“ bekannte „Typ M“ der Sconnex-Produktfamilie ist ein energiesparender Kimmstein, der für die ­Sockeldämmung von Mauerwerkswänden eingesetzt wird. Er dient als erste Steinreihe des Mauerwerks ober- oder unterhalb von Geschossdecken oder ­Bodenplatten. Neben der Reduzierung der Wärmebrücke in diesem Bereich verhindert das nach DIN 4108 wasserabweisende Element, dass Feuchtigkeit während der Bauphase oder durch angrenzendes Erdreich in die Wand eindringt. Feuchtebedingte Schäden und erhöhte Wärmeverluste werden so ­vermieden.

www.schoeck.de

Weißbeton

Kirow-Werke in Leipzig

In Leipzig hat Oscar Niemeyer mit einer Kugel aus Beton und Glas ein spektakuläres Vermächtnis hinterlassen. Kernstück des kurz vor seinem Tod im Jahr 2012 angefertigten Entwurfs ist eine Skulptur in Form einer Kugel, die auf dem Dach der Leipziger Kirow-Werke sitzt. Der geschäftsführende Gesellschafter des Herstellers von Eisenbahnkränen Ludwig Koehne hatte sich als Bewunderer der Niemeyer-Architektur 2011 an den Altmeister per Brief gewandt und die Bauaufgabe geschildert: Es sollte ein „kurvig“ geformter Speise- und Tanzsaal auf dem Kantinengebäude entstehen. Sein Wunsch fand in Brasilien Gehör und im Juli 2020 wurde Eröffnung gefeiert. Realisiert wurde die im Durchmesser zwölf Meter große Kugel durch den Leipziger Architekten Harald Kern.

Herausfordernd dabei war nicht nur die Planung der überaus schwierigen Schalung, sondern auch die Herstellung des Betons. Ausgeschrieben war die Ausführung in weißem Sichtbeton der Klasse SB 4. Demnach sollte die Kugel so glatt und so weiß wie möglich werden. Nach zahlreichen Versuchen und der Produktion diverser Farbmuster wurde ein reiner, eigens für das Projekt eingefärbter Weißbeton der Festigkeitsklasse C 30/37 in der Konsistenzklasse F5 mit dem Portlandzement „Face“ von Dyckerhoff Weiss eingesetzt. Bei der Herstellung des Betons durch Berger Beton aus Passau war die zielgenaue Verwendung aller Komponenten entscheidend. Darüber hinaus musste der Beton so in die 20 Zentimeter dünne Kugelschale eingebaut werden, dass keine Fehlstellen entstanden.

Eine weitere Herausforderung bestand in der Fertigung und dem Einbau der kurvenförmigen Glasaugen in die Kugel. Die verwendeten Flüssigkristallfenster lieferte das Darmstädter Chemie- und Pharmaunternehmen Merck. Die bereits bei Displays in Elektronikgeräten etablierte Technologie bewirkt in den sogenannten schaltbaren Architekturverglasungen des Herstellers einen Sonnenschutz binnen weniger Sekunden, wobei Transparenz und Farbneutralität der Gläser erhalten bleiben.

www.dyckerhoff.com

Abdichtung

Wasser- und ölabweisende Imprägnierung für Fassaden

Bewitterung und andere Umwelteinflüsse hinterlassen bekanntlich an strukturierten und dazu noch hellen Sichtbetonfassaden deutliche Spuren. Solche Verunreinigungen lassen sich jedoch mit einer speziellen Behandlung vermeiden. Ein Beispiel ist das Bauhaus Museum Weimar. Damit die Weißbeton-Fassade dauerhaft ihre Strahlkraft behält, wurde sie mit „faceal Oleo HD“ der PSS Interservice Gruppe mit Sitz in der Schweiz geschützt. Diese Hochleistungs-Imprägnierung geht eine feste Verbindung mit dem Beton ein und senkt die Oberflächenspannung so weit ab, dass weder wasserbasierte, organische Verschmutzungen noch Wachse, Siloxane oder öl- und fettbasierte Bestandteile in den mineralischen Untergrund eindringen können. Man spricht hier von einer hydrophoben (wasserabstoßenden) und einer oleophoben (ölabstoßenden) Wirkungsweise.

Weil faceal Oleo HD keinen oberflächlichen Film bildet, bleibt die typische Optik und charakteristische Haptik der mineralischen Untergründe erhalten. Auch die Wasserdampfdiffusionsfähigkeit wird nicht eingeschränkt. Bei strukturierten oder profilierten Betonfassaden ergeben sich zudem oft Teilflächen, die durch Regen regelrecht sauber gewaschen werden, andere Bereiche aber nicht. So besitzt das Bauhaus Museum Weimar für die nächtliche Beleuchtung durch LED-Streifen umlaufende horizontale Kanten. Sollte der Regen diese Bereiche nicht erreichen, lässt sich der imprägnierte Untergrund im Bedarfsfall leicht reinigen. Gleichzeitig ist die Betonfassade auch gegen Graffiti geschützt.

www.pss-interservice.de

Weinhandlung

Mit Ortbeton und Fertigteilen

In der gesichtslosen Peripherie des Stuttgarter Ostens entlang der B 14 entwarfen Hippmann Architekten mit der Online-Weinhandlung „club traube“ eine reduzierte und wirtschaftliche Lösung mit Beton, die gerade deshalb eine Land­marke setzt. Der Standort wurde bewusst gewählt. Das etwa 3.000 Quadratmeter große Grundstück entsprach in puncto Zufahrt und Größe den Anforderungen an das Gebäude mit Büroarbeitsplätzen, Lager, Logistik und Verpackung am besten. Der gestalterische Anspruch bestand darin, dem nichtssagenden Umfeld etwas entgegenzusetzen, ohne es zu ignorieren.

Bei der Entwurfsplanung untersuchten die Architekten zunächst drei verschiedene Bauweisen: Industriebau in Metall sowie die Ausführung in Holz oder Beton. „Da bei dem Grundstückszuschnitt eine Grenzbebauung notwendig war, musste eine Brandwand zum benachbarten Grundstück errichtet werden. Aus diesem Grund mussten wir dann ziemlich schnell die Alternativen in Holz und auch in Stahl ausschließen“, resümiert Marco Hippmann. Aus wirtschaftlichen Gründen entschied man sich für Beton-Fertigteile und Ortbeton – alles von der Franz Traub GmbH & Co. KG aus Aalen-Ebnat produziert und ausgeführt.

Materialien, Farben und Öffnungen wurden bei dem Gebäude auf ein Minimum reduziert, um den Fokus auf das Produkt Wein und das Unternehmen zu richten. Aus Kostengründen wählte man zudem den Standardbeton des Herstellers, dessen unauffälliger Grauton (RAL 7032) sich dem äußeren Umfeld anpasst. Als einziges Design­element weist an der Fassade der Schriftzug „club traube“ in Messing-Buchstaben auf die Nutzung hin. Die Sichtbetonflächen im Inneren bilden die Schalung ab.

Herzstück ist der 7,50 Meter hohe Wein-Raum, in dem die Verkostungen an einem langen Holztisch stattfinden. Der puristisch gestaltete Ort bietet 30 bis 100 Personen Platz und wird frei vermietet, denn Räume in vergleichbarer Größe sind in Stuttgart rar. Eine Eigenschaft des Betons, von dem die Menschen und der Wein gleichermaßen profitieren, ist seine gute Speicherfähigkeit. Besonders an heißen Tagen sorgen die großen Betonmassen für erträgliche Raumtemperaturen. Außerdem erfordert die Lagerung von Wein ein gewisses Temperaturfenster, in dem Schwankungen nur langsam verlaufen dürfen, um die Qualität des Produktes nicht zu gefährden. Auch diesen Anspruch erfüllt der Neubau – und das ganz ohne technische Kühlung.

www.beton.org

Abdichtung

REGENSBURGER STEILVORLAGE

Für das Gelände der ehemaligen Wurstfabrik Ostermeier am Donaumarkt mitten in der Regensburger City plante das Berliner Architekturbüro Lorenzen Mayer Architekten ein Wohnquartier, das sich feingliedrig in die historische Altstadt einfügt. Zuvor hatte der Eigentümer des Grundstücks und Investor Peter Trepnau zu einem Architektenwettbewerb geladen. Professor Carsten Lorenzen mit Lehrstuhl für Wohnbauten hatte als Einziger der zehn Teilnehmer keinen Solitär vorgeschlagen. Sein Siegentwurf für das Ostermeier-Quartier punktete mit zehn Einzelhäusern mit Steildächern, die ein Karree bilden und einen Innenhof umschließen. Eine weitere Gliederung erfolgt durch vier unterschiedliche Haustypen in verschiedenen Größen und eine lebendige Dachlandschaft mit Terrassen und Gauben sowie Loggien und Balkonen.

Die noch nackte Betonunterkonstruktion – der „Sargdeckel“

Die Steildächer wurden in erster Linie aus Brandschutzgründen in Massivbauweise ausgeführt. Gleichzeitig bieten die Massivdächer aber auch einen guten Schutz gegen Außenlärm und einen guten Wärmeschutz im Sommer und im Winter. Um den KfW-70-Standard zu erfüllen, wurde eine Aufdachdämmung aufgebracht. Die Entscheidung fiel hier zugunsten der Systemlösung von Bauder, bestehend aus einem Bitumenvoranstrich, einer kaltselbstklebenden Elastomerbitumenbahn als Witterungsschutz und einer Dampfbremse sowie 140 Millimeter dicken BauderPIR-SF-Wärmedämmelementen (WLS 023).

Über die Dampfsperre BauderTEC KSA wird das Wärmedämmelement BauderPIR aus Polyurethan-Hartschaum verlegt.

Die Befestigung der Dämmung zusammen mit der Konterlattung direkt im Beton mithilfe einer speziellen Verschraubung stellt eine Besonderheit dar. Diese direkte Verschraubung erspart Schubbohlen oder Hilfssparren, die die Wärmedämmschicht unterbrechen würden. Die statische Lastabtragung erfolgte nach den Berechnungen der Anwendungstechnik des Herstellers. Da auf den Dachlandschaften mit Neigungen zwischen 45 und 65 Grad unterschiedliche Schubkräfte wirken, gab es auch unterschiedliche statische Berechnungen. Um dennoch auf den vielen verschiedenen Dachflächen alles einfach zu halten, wurden unter Zugrundelegung des statisch ungünstigsten Falls die Berechnungen vereinheitlicht. Die Verschraubung der speziellen Befestiger erfolgte mit Musterschablonen. Auf die Konterlatten folgten wie üblich die Dachlatten, auf die eine zum Stadtbild passende Biberschwanzdeckung verlegt wurde.

www.bauder.de