Neues für die Gebäudehülle

Fassadensysteme, Mauerwerk, Dämmung, Balkone

Ziegel für bis zu neun Geschosse, Vorspannung statt Stahlverstärkung für ein Pfosten-Riegel-System, ein Wärmedämmverbund-System, das wiederverwendbar ist und vieles mehr.

Fassaden-System erweitert
Mit dem Fassadensystem „FWS 60 CV“ von Schüco sind jetzt auch geschosshohe, profilintegrierte Drehflügel bis zu einer Elementhöhe von 3,20 Metern möglich. Ein verrolltes Verbundprofil sorgt hier für die erforderliche Statik. Weiterhin werden profilintegrierte Ober- und Unterlichter in das Systemportfolio aufgenommen und außerdem lässt sich der im Profil eingebaute mechatronische Beschlag „TipTronic“ demnächst in als Dreh-Kipp- und Kippflügel ausgeführte Elemente sowie in die neuen Ober- und Unterlichter einsetzen. Die mechatronisch angesteuerten Flügel können außerdem zur automatischen Lüftungssteuerung verwendet werden. So kann beispielsweise im Sommer die Kühllast eines Gebäudes durch Nachtaus­kühlung reduziert werden. Um tagsüber den für die Klimatisierung benötigten Energieverbrauch zu senken, hat Schüco optisch zurückhaltende Sonnenschutzbolzen entwickelt, die – einsetzbar für Festfelder, Öffnungselemente sowie Ober- und Unterlichter – eine flexible Anbindung von Sonnenschutzsystemen ­ermöglichen. www.schueco.de

Ästhetischer Beschlag für Aluminium-Fenster
Der Beschlag „Alu axxentplus“ von Siegenia eignet sich aufgrund seiner verdeckt liegenden Optik vor allem für Gebäude mit gehobenem architektonischem Anspruch und verbindet diesen mit einer hohen Tragfähigkeit von maximal 150 Kilogramm. Damit lassen sich Flügelhöhen von bis zu 3.000 Millimetern ohne kostspielige
Zusatzbauteile realisieren. Bei dem Beschlag handelt es sich um ein baukastenartig aufgebautes System, das sich unterschiedlichsten Nutzeranforderungen anpassen lässt. Hierzu zählen die fast uneingeschränkte Freiheit bei der farblichen Gestaltung des Fensters, die mögliche Kombination mit dem bedienfreundlichen Designhebel „Alu globe RR“ oder die Integration in Raumlüftungskonzepte. Der Alu axxentplus ist als Dreh-Kipp- und TBT-Beschlag (Kipp-vor-Dreh) sowie als reiner Dreh- oder Kippbeschlag erhältlich. www.siegenia.com

Vorspannung statt Stahlverstärkung
Das Pfosten-Riegel-Fassadensystem „C 50“ von Heroal bietet jetzt noch mehr Gestaltungsfreiraum. Bei einer Profilansichtsbreite von weiterhin 50 Millimetern kann die Konstruktion deutlich höhere Glaslasten sowie sogenannte schwimmende Fenster, Sonnenschutzlösungen und Lüftungsklappen aufnehmen. Möglich wird das mithilfe eines Riegel-Spann-Systems, das innerhalb des Profils angeordnet wird und eine Vorspannung aufbaut, die den zu erwartenden Lasten entgegenwirkt und das Profil aussteift. Die üblichen Stahlverstärkungen werden daher nicht benötigt; die Spannvorrichtung ist zudem unsichtbar. Die Vorspannung des Profils kann individuell auf die zu erwartenden Nutz- und Gebrauchslasten eingestellt werden. Zusätzlich lassen sich durch den Einsatz von Schwerlastträgern die Glasgewichte nochmals erhöhen. Damit können bis zu 800 Kilogramm in einer 50-Millimeter-Konstruktion abgetragen werden. www.heroal.de

Aluminium-Paneele neu interpretiert
Mit „Siding X“ setzt Prefa auf Individualität bei Aluminium-Fassaden. Die Paneele sind durch ­eine besondere Längs- und Querkantung sowie eine einzigartige Oberflächengestaltung gekennzeichnet. Durch die Kombination der verschiedenen Baubreiten (200, 300 und 400 Millimeter) und -längen (500 bis 2.500 Millimeter) sowie die Wahl zwischen horizontaler und verti­kaler Verlegung mit Schattenfuge ergeben sich zahllose Gestaltungsoptionen, deren Design je nach Lichteinfall unterschiedlich anmutet. Somit ist jede Siding-X-Fassade ein Unikat. Das Produkt wird in 21 Standardfarben angeboten. www.prefa.de

Aufsatzkasten mit Lüftung
Seit Beck+Heun vor 17 Jahren den Aufsatzkasten „Roka-Top 2“ auf den Markt gebracht hat, wurde das Modell kontinuierlich zu einer Serie mit inzwischen 130 Standard-Kastentypen ausgebaut. Obwohl diese Variantenvielfalt nahezu jede Einbausituation abdeckt, werden Aufsatzkästen auch nach den Anforderungen von Architekten und Verarbeitern entwickelt. Aktuellstes Beispiel hierfür sind die Aufsatzkästen „Roka-Top 2 Airfox S“ mit integriertem, dezentralem Lüftungssystem zur Erfüllung der DIN 1946-6. Dabei handelt es sich um Spezialausführungen des raumseitig geschlossenen Rollladenkastens „Roka-Top 2 RG“ und des Raffstorekastens „Roka-Top 2 Shadow“. Als Lüftung werden die Systeme der Eigenmarke „Airfox“ eingesetzt, die 91 Prozent der Raumwärme zurückgewinnen können. Sie werden wahlweise seitlich oder oberhalb des Kastens integriert. Somit besteht entweder die Möglichkeit, die gewohnte Höhe des Kastens beizubehalten oder einen in der Breite begrenzten Einbauraum zu nutzen. Die Lüftungs-Kassette ist nahezu unsichtbar; der Luftauslass ist dezent in den Außenschenkel integriert. www.beck-heun.de

Große Formate angesagt
Aufgrund des hohen Bedarfs an bezahlbarem Wohnraum rückt Xella das serielle Bauen als wirtschaftliche Lösung in den Fokus. Aus dem Portfolio des Baustoff-Herstellers kommen dafür vor allem die System- und Trennwandelemente sowie die Jumbo-Steine aus Porenbeton der Marke Ytong infrage. Die Bausysteme sind für Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser sowie für den Mehrgeschossbau konzipiert und ermöglichen aufgrund der großen Formate kurze Bauzeiten. Der „Jumbo im Doppelpack“ bietet sich vor allem dann an, wenn Mehrfamilienhäuser in kurzer Zeit wirtschaftlich erstellt werden sollen. Er kann sowohl für die Ausbildung von tragenden und nicht tragenden Innen- und Außenwänden als auch für Kellerwände sowie zur Ausfachung von Skelettbauten oder zum Bau von Brandwänden eingesetzt werden. Hierfür werden zwei Jumbo-Planelemente gleichzeitig von einem Zwei-Mann-Team mit Minikran und einem eigens für das System entwickelten Greifer vermauert. Mit einem Kranhub entstehen so 1,20 Meter Mauerwerk in einer Schichthöhe von 499 beziehungsweise 624 Millimetern. www.xella.de

Mineralwolle-Brandriegel für hinterlüftete Fassaden
Gemäß Musterbauordnung sind bei hinterlüfteten Außenwandkonstruktionen mit geschossübergreifenden Hohl- oder Lufträumen besondere Vorkehrungen gegen die Ausbreitung von Feuer zu treffen. Für die Ausbildung solcher Brandsperren bietet Rockwool jetzt das „Fixrock BWM Brandriegel Kit“ an. Es ermöglicht, Fassadendämmung und Brandsperren homogen und wärmebrückenfrei aus nicht brennbarer Steinwolle zu realisieren. In der Regel erfolgt die Ausbildung solcher Brandsperren mit Konstruktionen aus Stahlblech. Das Fixrock-BWM-Brandriegel-Kit besteht aus zwei miteinander verklebten Dämmstoffplatten mit unterschiedlicher Rohdichte und einem darauf abgestimmten Abstandhalter. Der Brandriegel besitzt die Brandschutzklassifizierung A2-s1, d0, ist in verschiedenen Varianten (S, M, L und XL) lieferbar und wird einfach zwischen die montierte Flächendämmung gedrückt und durch entsprechende Klemmwirkung und Reibungskräfte in seiner ­Position stabil gehalten. Die Anwendung ist zugelassen für eine umgebende Flächendämmung, die eine Rohdichte von 40 kg/m³ oder mehr besitzt. Auf seiner Web­site stellt der Hersteller eine Broschüre, ein Verarbeitungsvideo und weitere Unterlagen zur Verfügung. www.rockwool.de

Wiederverwendbares WDVS
Das Institut für Architekturtechnologie der Technischen Universität Graz und die Forschungsabteilung von Sto haben ein recycelfähiges Fassadendämmsystem entwickelt. Das Forschungsprojekt erstreckte sich über vier Jahre. Bereits 2015 wurde die Produkt-Studie mit dem europäischen „Baustoff-Recycling-Award 2015“ ausgezeichnet und in die Top 10 der Kategorie „Bauen & Wohnen“ bei den GreenTec Awards 2016 gewählt. Die Produkt-Studie diente als Grundlage für das auf der Messe BAU vorgestellte System „StoSystain R“, das mithilfe einer innovativen Klett-Technologie einfach rückgebaut, nahezu sortenrein getrennt und größtenteils wiederverwendet werden kann. Hierbei wird über dem frei wählbaren Dämmstoff eine Trägerplatte aus recyceltem Altglas mit dem Klettverschluss fixiert und anschließend fugenlos verputzt. StoSystain R wird in diesem Jahr bei mehreren Pilotvorhaben auf Baustellen in Deutschland und Österreich dem Praxistest unterzogen. www.sto.de

Reduzierter Lambda-Wert bei Glaswolle
Mit „Kontur FSP 1 Excellence“ bringt Saint Gobain Isover eine Dämmplatte aus Glaswolle für vorgehängte hinterlüftete Fassaden und zweischaliges Mauerwerk mit deutlich reduzierter Wärmeleitfähigkeit auf den Markt. Statt des üblichen Lambda-Nennwertes von D = 0,035 W/(m·K) bietet die neue Dämmplatte eine Wärmeleitfähigkeit von Verankertes ObjektD = 0,030 W/(m·K), der Bemessungswert beträgt Verankertes Objekt = 0,031 W/(m·K). Damit ist die für Mineralwolle bestmögliche Wärmeleitfähigkeit erreicht. Bei gleichbleibender Konstruktion lässt sich daher die Dämmwirkung deutlich erhöhen oder die Dämmstoffstärke reduzieren. www.isover.de

Ziegel für bis zu neun Geschosse
Schlagmann Poroton hat mit dem „S9“ nach eigener Angabe den derzeit stabilsten perlitgefüllten Ziegel für den mehrgeschossigen Wohnungsbau auf den Markt gebracht. Für den Poroton S9 wurde ein neues Lochbild entwickelt, das die Tragfähigkeit im Vergleich zu bisherigen Objektziegeln um fast 50 Prozent erhöht. Gebäude mit bis zu neun Stockwerken lassen sich damit in monolithischer Bauweise realisieren. Mit seiner hohen Druckfestigkeitsklasse 12 sowie einer Mauerwerksdruckfestigkeit fk nach DIN EN 1996 (EC6) von 5,3 MN/m² würde der Ziegel sogar einer Belastung von bis zu 530 Tonnen auf einem Quadratmeter Wand standhalten. Es wird eine Wärmeleitzahl von 0,09 W/mK erreicht, die je nach Wanddicke von 42,5 oder 36,5 Zentimetern U-Werte der verputzten Außenwand von 0,20 beziehungsweise 0,23 W/m2K ermöglicht. Das korrigierte, bewertete Schalldämmmaß beträgt bei einer Wanddicke von 36,5 Zentimetern 50 Dezibel. www.schlagmann.de

Trennwand-System im Baukastenformat
Das Glastrennwand-System „Uniquin“ von Dormakaba umfasst im Design aufeinander abgestimmte, frei kombinierbare Komponenten: von Drehflügeltüren und Schiebetüren in Standard- oder Raumhöhe bis hin zu Bereichen mit besonderen Sicherheitsanforderungen hinsichtlich der Zutrittskontrolle. Das Aluminiumprofil erlaubt die Aufnahme von unterschiedlichen Glasarten (ESG und VSG) bis 20 Millimeter Dicke. Es ist zudem standardmäßig für die Elektrifizierung mit eventuell gewünschten Funktionselementen ausgerüstet. Mithilfe eines zusätzlichen Profils lassen sich Steckdosen und Schalter dort positionieren, wo sie benötigt werden. Uniquin bietet auch Akustikelemente mit einem Schallschutz von bis zu 40 Dezibel, und mit dem Einbau eines Paniktürbeschlags werden die Anforderungen an die Fluchtwegsicherung erfüllt. www.dormakaba.com